Für die Besitzer des am Wochenende an der Halbinsel Pichelswerder durch einen technischen Defekt ausgebrannten Restaurant-Schiffes (die "Berliner Zeitung" berichtete in einem Teil ihrer Auflage) hat das Unglück schlimme Folgen: Sie haben nicht nur ihr Einkommen verloren, sie sind durch den Brand auch noch obdachlos geworden. Der ehemalige Fremdenlegionär, Seemann und Koch Bernhard Führ (63) wohnt mit seiner Frau Gerda jetzt in einem Zelt vor der Anlegestelle. "Meine Eltern haben ihr gesamtes Hab und Gut in den Flammen verloren", sagt ihr Sohn Axel Führ. Freunde der Familie haben die Führs jetzt erst einmal povisorisch mit dem Notwendigsten Kleidung, Lebensmittel, Decken und Waschzeug versorgt.Seit 1982 hatten die Führs auf dem 25 Meter langen Schiff gelebt. Damals kauften sie den ehemaligen Dampfer für 100 000 Mark. Sie renovierten das Schiff aufwendig, schafften eine neue Bestuhlung an und bauten erst vor kurzem einen neuen Steg."Das ist nun alles verloren. Der Gesamtschaden beläuft sich auf weit mehr als 200 000 Mark", sagt Axel Führ. Denn die Familie war nicht gegen einen solchen Brandschaden versichert.Und ein sicheres Einkommen haben die Führs auch nicht mehr. Denn ihren Restaurant-Betrieb mußten sie im vergangenen Jahr schließen. "Mit immer höheren Auflagen haben die Behörden meine Eltern zum Aufgeben gezwungen", erklärt Axel Führ.Ein Ausflug zur "Sabine II" war vorher besonders bei vielen Spandauer Familien beliebt gewesen. Die Kinder konnten mit den zahlreichen Haus- und Nutztieren der Führs spielen, während Gerda und Bernhard Führ ihre Gäste mit Hausmannskost bewirteten.Die Führs hoffen nun, daß sie nicht auch noch die Verschrottung der Sabine II übernehmen müssen.Die Naturliebhaber wollen auf jeden Fall wieder auf einem Schiff in Pichelswerder wohnen. Erst vor zwei Monaten hatten sie für die "Sabine II" von den Behörden ein lebenslanges Liegerecht erhalten. "Wir hoffen, daß diese Zusage dann auch für ein neues Schiff gelten wird", sagt Axel Führ.Da seine Eltern jetzt mittellos sind, will er sich nun mit Freunden darum bemühen, ein ausgedientes Fahrgastschiff preiswert zu kaufen. "Dann haben meine Eltern ein neues Zuhause, und ich kann vielleicht auch eine neue Schiffs-Gaststätte eröffnen", so Axel Führ.