Mein Vermieter hat in der Betriebskostenabrechnung die nicht erfasste Rohrwärme in Rechnung gestellt. Zu meinem Widerspruch hat er sich nicht geäußert. Wie ist die Rechtslage?Seit 2009 ist die gesonderte Erfassung von Rohrwärme, also die über freiliegende oder unzureichend isolierte Rohrleitungen abgegebene Wärme, zulässig. Paragraf 7 Absatz 1 der Heizkostenverordnung (HeizKV) bezieht sich dabei auf "anerkannte Regeln der Technik", zu denen auch die VDI-Richtlinie 2077 zählt. Der damit verbundene Rechenvorgang ist für Laien kaum zu verstehen. Wegen dieser fehlenden Transparenz wird die HeizKV insofern zu Recht kritisiert. Entsprechend bestehen ernsthafte Zweifel, ob die Rohrwärme überhaupt gesondert abgerechnet werden kann. Die Heizkosten sind daher in Ihrem Fall nach dem Verhältnis 70 zu 30 (Verbrauch/Fläche) umzulegen und danach gemäß Paragraf 12 Absatz 1 HeizKV um 15 Prozent zu kürzen. Ihr Einwand muss innerhalb eines Jahres nach Erhalt der Abrechnung nachweisbar dem Vermieter zugegangen sein.Wir haben Wasserschäden in unserem Mietshaus. Für die Bauwerkstrocknung wurde der Teppichboden aus unserem Hobbykeller entfernt und seit 14 Tagen laufen Trocknungsgeräte. Dürfen wir die Miete mindern und in welcher Höhe?Selbstverständlich steht Ihnen für die Belästigungen durch die Wasserschäden und die Geräte ein Minderungsrecht zu. In einer Altbauwohnung üblicher Größe halte ich für die Dauer des Gerätebetriebs eine Minderung von mindestens 50 Prozent für angemessen. Ihr Fall zeigt jedoch, dass die üblichen Quoten nur der Orientierung dienen: In einem gemieteten Einfamilienhaus dürfte die tatsächliche Beeinträchtigung durch das Gerät im Keller deutlich geringer sein. Sie können die anteilige Miete des Hobbykellers auf Null mindern. Die Minderungsquote für das ganze Haus lässt sich nur in einer ausführlichen Beratung ermitteln.Henrik Solf ist Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht im Anwaltsbüro Hölz, Maschke + Solf.------------------------------Foto: Über die Rohrzuleitungen, die Wärme zu den Heizkörpern leiten, geht Wärmeenergie verloren. Der Vermieter darf diese nicht erfasste Energie anteilig den Mietern zurechnen.