Das Stadtmagazin Tip veröffentlicht wieder seine Liste der "100 peinlichsten Berliner": And the winner is... Lea Rosh

Was haben Dr. Motte, Ariane Sommer, Frank Steffel und Lea Rosh gemeinsam? Der Love-Parade-Oberguru, die Szenegröße und der gescheiterte Politiker waren, die Journalistin ist besonders peinlich. Das findet das Stadtmagazin Tip, das mit seiner "Liste der 100 peinlichsten Berliner" seit ein paar Jahren immer zum Jahreswechsel nach einem einfachen Rezept viel Aufmerksamkeit erzielt. Man nehme: Hundert stadtbekannte Namen und schreibe zu jedem ein paar fiese Zeilen. Man habe: Immer ein paar schöne Schlagzeilen. In diesem Jahr also Platz eins für Lea Rosh, Vize-Chefin des Kuratoriums der Holocaust-Denkmal-Stiftung. Eine "Holocaust-Kassandra" wird Lea Rosh genannt. Diesen Titel habe sie sich durch ihre unnachgiebige Rolle im Streit um die Verwendung von Graffitischutz der Firma Degussa verdient. Auf Platz zwei kommt ein alter Bekannter, um den es zuletzt verdientermaßen still geworden ist: Eberhard Diepgen, Berlins Ex-Regierender. Er habe sich bei den streikenden Studenten angebiedert, als er Verständnis äußerte und schon ein neues 68 dräuen sah. Dafür gibt es den Ehrentitel Vorstadt-Dutschke. Schwach dagegen Nachfolger Klaus Wowereit, der trotz einer launigen Mexiko-Reise auf Staatskosten nur ein lausiges "Viva Wowi!" und Platz 59 erhielt.Nicht so gut weggekommen ist in der Liste Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Katarina Witt, "Zonen-Kati" in der Tip-Diktion. Platz drei für ihre Moderation der Ostalgie-Show von RTL. Sie sei "streng nach Clausewitz die Fortsetzung der DDR mit anderen Mitteln: Sozialismus im Playboy-Format." Auch "Pleiten, Pech und Peter" Strieder, Berlins umstrittener Supersenator und SPD-Chef (Platz sechs), bekam sein Fett weg, wie auch "Ekel Manfred" Krug (Platz 45). Krug habe die Kleinaktionäre verhöhnt, die er mit seiner Telekom-Werbung erst geködert hatte. Platz zehn für Susanne Juhnke, mit dieser Begründung: "Plaudert erst alles über ihren kranktrunkenen Mann aus, lässt dann eine Art Groschenroman über den Ex-Entertainer zusammenschmieren und ist hernach empört, wenn die Öffentlichkeit ihr die Beichte nicht abnimmt." Völlig unverdient: Rang sieben für Daniel Küblböck. Zwar kann man wie der Tip finden, dass der junge Mann eine Hobbytranse ohne Stimme sei; aber er ist kein Berliner. Ein paar Wochen in Mitte reichen einfach nicht aus.