LIEBEROSE. Berta-Erika war ein Star unter ihresgleichen. Presse, Rundfunk und Fernsehen berichteten über sie. Selbst im Ausland, etwa in Hongkong, sorgte Berta-Erika für Schlagzeilen. Nun ist der Star aus Brandenburg tot. Das Wunderhuhn aus Lieberose (Dahme-Spreewald) starb schon im August des vergangenen Jahres - von den Medien unbeachtet. Erst jetzt, da die Leistung der Henne im Guinness-Buch der Rekorde verewigt werden soll, wurde ihr Tod bekannt.Das Huhn der Rasse "Isabrown" war so berühmt, weil es im Stall von Siegbert und Rosalinde Weigelt über fast zwei Jahre hinweg kugelrunde Eier gelegt hatte. Rekordverdächtige 148 waren es bis zum August 2001. Dann kippte die Henne plötzlich um und war tot. Die Todesursache blieb unklar. Doch Berta-Erika soll unsterblich werden, das beschlossen die Hobby-Hühnerhalter. "Darum haben wir am 31. Dezember den Antrag für das Guinness-Buch der Rekorde nach Hamburg abgeschickt", sagt die 43-jährige Rosalinde Weigelt. Zwei Tage später habe sie mitgeteilt bekommen, dass die Jury im April über einen Eintrag ins Rekordbuch für das Jahr 2003 entscheiden werde.Zunächst, erinnert sich Rosalinde Weigelt an ihr Wunderhuhn, sei die Urheberin der kuriosen Eier unter den 46 Weigelt schen Hühnern nicht auszumachen gewesen. Durch einen Zufall sei man Anfang des Jahres 2000 auf die richtige Henne gestoßen. Beim Stallsäubern hatte sich zufällig ein Huhn vom Gelege erhoben. Ein kugelrundes Ei lag im Nest. Die Henne bekam als Erkennungszeichen rote Ringe an beide Beine.Das Huhn hat seine letzte Ruhestätte im Garten des Weigelt schen Hofes gefunden. Die meisten der "Tischtennisball"-Eier haben die Hühnerzüchter an Sammler gegeben oder selbst ausgeblasen und bemalt. Viele dieser Eier sind inzwischen auf Ostereier-Ausstellungen zu sehen. Einige aber sind in Lieberose geblieben, hingen beispielsweise zu Weihnachten bei Weigelts am Christbaum - mit Stoff bezogen und Perlen verziert.In Lieberose hat allerdings schon ein weiteres Federvieh Berta-Erikas Erbe angetreten. Seit einiger Zeit legt die Henne eines anderen Hühnerhalters seltsam bucklige, so genannte Knautscheier. Ob das reicht, um so berühmt zu werden wie Berta-Erika, bleibt abzuwarten.