Das Zoofenster bekommt Riesenkonkurrenz

Berlin - Das Bürohaus Zoo-Triangel an der Kantstraße ist von außen schon fast fertig. Auch das angrenzende „Zoofenster“, mit 118 Metern das höchste Haus in der City West, ist fast vollständig mit Naturstein und viel Glas versehen. Ende des Jahres sollen das 32-geschossige Hochhaus und das achtgeschossige Bürogebäude bereit für die ersten Mieter sein.

Beide Häuser werden von einer Investorengruppe aus dem arabischen Emirat Abu Dhabi errichtet. in den vom Frankfurter Architekten Christoph Mäckler geplanten Hochhausturm wird auch Deutschlands erstes Waldorf Astoria einziehen, ein Premium-Hotel des US-amerikanischen Hilton-Konzerns.

Das Grundstück soll bis zum Jahresende verkauft sein

Doch das Zoofenster könnte schon bald ein Pendant finden. An der Stelle des alten Schimmelpfeng-Hauses an der Kantstraße ist seit Jahren ein weiteres Hochhaus geplant, sogar noch einen Meter höher als das Zoofenster. Lange suchte der Grundstückseigentümer, die zur Euro Hypo gehörende EH-Estate Management GmbH, vergeblich einen Käufer für das Areal. Inzwischen streiten sich potenzielle Investoren um das Filetgrundstück nahe dem Bahnhof Zoo, heißt es aus gut unterrichteten Kreisen in der City West.

In der Firmenleitung will man aber noch nicht konkret werden. Bestätigt wird nur: „Wir sind mit Kaufinteressenten in Verhandlungen.“ Und die kommen diesmal nicht aus dem arabischen Raum, sondern aus Europa. Mehr will man bei EH Estate nicht sagen – mit Rücksicht auf die laufenden Gespräche. Nur so viel: In das geplante 119-Meter-Hochhaus könnte ebenfalls ein Hotel einziehen, aber auch eine Büronutzung wäre eine Option.

Möglichst bis zum Jahresende soll der Eigentümerwechsel vollzogen sein – vorausgesetzt, man einigt sich. Lange dürfte es dann nicht mehr dauern bis die Bagger anrücken, denn das Schimmelpfeng-Haus wurde bereits 1999 vom Senat aus dem Denkmalschutz entlassen.

Filigraner Glasturm

Die Abriss- und Baugenehmigung liegt längst vor. Auch einen Entwurf für den Wolkenkratzer gibt es bereits: Der Berliner Architekt Christoph Langhof hat einen filigranen Glasturm geplant, der auch schon mal als Casia-Hochhaus oder Atlas-Tower bekannt war. Er nennt ihn „Neues Schimmelpfeng-Haus.“

Jean-Thierry Schüler, der Sprecher der Zoofenster-Investoren hat nichts gegen die mögliche Konkurrenz nebenan: „Wir freuen uns, wenn der Nachbar ein schönes Haus baut.“ Die gesamte Umgebung werde dadurch aufgewertet, sagt er. Die City West sei jetzt für Investoren wieder sehr interessant geworden: „Hier tut sich sichtbar etwas.“ Denn nicht nur am Zoofenster wird derzeit gebaut, auch das Zentrum am Zoo mit Bikini-Haus und Kino Zoo Palast wird von der Bayerischen Hausbau umgebaut.

Friedrich Niemann, der General Manager des Waldorf Astoria, hat keine Furcht vor Mitbewerbern. Wie er gehört habe, solle dort schließlich kein Nobelhotel, sondern ein Beherbergungsbetrieb mit höchstens vier Sternen einziehen: „Das wäre eine gute Ergänzung für unser Angebot“, sagt er. Das Waldorf Astoria wird wahrscheinlich im Januar nächsten Jahres öffnen, etwas später als geplant.

„Der Innenausbau ist anspruchsvoller als ursprünglich gedacht“, sagt Niemann. Gegenwärtig wird unter anderem an der Präsidenten-Suite im 31. Stockwerk gearbeitet. Niemann selbst ist dabei, Personalgespräche zu führen: „Wir rekrutieren jetzt unsere Führungskräfte und Abteilungsleiter“, sagt er.



Berliner Zeitung, 27.07.2011