Die Schulen werden mit Computern ausgestattet, die Schüler für den Umgang mit dem Internet geschult. Dabei lernen sie auch Nachrichten per Computer, so genannte E-Mails, zu verschicken. Darf ein Lehrer diese persönliche Computer-Post in der Schule lesen? Nur in wenigen Fällen, sagte der Datenschutzbeauftragte des Landes, Hansjürgen Garstka, bei der Vorstellung seines Jahresberichtes.Lehrer dürfen E-Mails lesen, wenn sie das Erstellen und Verschicken der elektronischen Post im Unterricht üben. Wenn allerdings die Schüler in Freistunden oder nachmittags privat den Computer der Schule nutzen dürfen, ist den Lehrern das Lesen der persönlichen Nachrichten untersagt.Auch Arbeitgeber dürfen ihre Angestellten nur "stichprobenweise" am Arbeitsplatz und per Computer kontrollieren. "Eine kontinuierliche Überprüfung der Beschäftigten ist nicht erlaubt", sagt Garstka.Er warnte vor der unvorsichtigen Nutzung des Internets. Denn jeder, der eine so genannte Suchmaschine im Internet benutzt, hinterlässt eine Datenspur. Es gebe schon Firmen, die diese Datenprofile, wer wann welche Seiten im Internet ansieht, ausspionieren, um die Nutzer gezielt mit Werbung zu überhäufen. Wozu die Privatisierungspolitik des Senats führen kann, beschrieb Garstka am Beispiel eines Knöllchens. Der Brief mit dem Bußgeldbescheid des Polizeipräsidenten wurde von einer privaten Agentur zugestellt. Da der Falschparker aber nicht zu Hause war, gab der Zusteller die Post bei einem Lotto-Laden ab und hinterließ im Briefkasten einen Hinweis. Als der Adressat das Schreiben abholen wollte, wurde er im Lotto-Laden mit Häme bedacht. Das Postgeheimnis war nicht gewahrt worden, bemängelte der Datenschützer. Garstka musste sich aber nur ein halbes Jahr die Beschwerden über die Firma anhören. Dann war sie pleite. Der Polizeipräsident verschickt nun seine Schreiben wieder per Post. (sco.)