So viel ist klar: Wenn am 28. Mai 2006 erstmals Fahrgäste im Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof aussteigen, sollen sie mit der Straßenbahn in Richtung Osten weiterfahren können. Auch Busse und die S-Bahnen auf der Stadtbahn, die das Berlin in Ost-West-Richtung durchmisst, werden am ersten Zentralbahnhof dieser Stadt halten. Trotzdem dürften es viele Berliner schwer haben, den neuen Verkehrsknoten in Mitte zu erreichen. Denn noch immer ist für die Eröffnung der S-Bahn-Linie 21, die Verbindungen aus Richtung Norden herstellen soll, kein Termin in Sicht. Die Fertigstellung der U-Bahn-Linie 5 zum Alexanderplatz könnte sich bis 2020 hinziehen. Schon wird bei der Deutschen Bahn (DB) befürchtet, dass weniger Menschen als geplant den Bahnhof nutzen werden. Bislang wurde mit rund 240 000 Reisenden und Besuchern pro Tag gerechnet."Die S 21 ist aus unserer Sicht sehr wichtig", hieß es bei der DB. Die Y-förmige Strecke soll im Untergeschoss des neuen Bahnhofs beginnen und nahe Wedding sowie Westhafen auf den Ring führen. Dadurch wäre eine Vielzahl von Direktverbindungen möglich, zum Beispiel vom Gesundbrunnen aus. Damit für den Bau der S 21 Straßen oder Bahnanlagen nicht wieder aufgegraben werden müssen, hat der Senat Geld für "Vorleistungen" bereitgestellt. Damit wurden zum Beispiel Wände und Decken betoniert, in deren Schutz später die S-Bahn-Endstation entstehen kann. Doch der Großteil der S 21 ist noch nicht finanziert. Der Senat hofft, dass der Bund Geld nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz bereitstellt. "Uns wurde mitgeteilt, dass er 2008 dazu in der Lage sein könnte. Der weitere Bau der S 21 würde dann drei bis vier Jahre dauern", sagte Georg Müller von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.Wie berichtet will der Senat 2006 auch den U-5-Neubau zum Brandenburger Tor in Betrieb nehmen. Hier wird ebenfalls noch über die Finanzierung verhandelt. Der Bund soll von den 28 Millionen Euro 24 Millionen tragen, so der Senat. Die Lücke zum Alexanderplatz soll von 2010 an geschlossen werden. Damit die einzelnen Zahlungsraten klein ausfallen, könnte es aber dazu kommen, dass dieses Projekt "gestreckt" werden muss. Darum sei es möglich, dass sich der Bau noch bis 2020 hinzieht, sagte Müller. (pn. )