Im Herbst 1946 kam der Publizist Kurt Stern aus dem Exil nach Berlin zurück und schrieb Tagebuch. Seine Eindrücke waren bedrückend – die Trümmerlandschaften, klar. Aber er bemerkte auch, was blühte. Die Geschenkartikel in den provisorischen Läden – Aschenbecher, Vasen, Tabakdosen, Zigarettenspitzen. „Nie so viele Raucherartikel gesehen wie jetzt, da es 6 Zigaretten im Monat gibt“, notierte er. Er sah Spielzeug aus Pappe und Holz, aber vor allem künstliche Blumen und „allerhand andere Kinkerlitzchen und Schund“. In den Nachkriegsjahren ging es ums nackte Überleben. Jeder handelte mit dem, was er hatte, aber Kurt Stern schlug dem Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands vor, mit Artikeln über Kitsch und Kunst für Geschmacksbildung zu sorgen. Dort war man auch schon auf den Kitsch zu sprechen gekommen.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.