Die Pläne sehen verheißungsvoll aus. Bis zum Jahr 2016 will die Wohnungsbaugesellschaft Degewo ihre 2400 Wohnungen in Marienfelde-Süd sanieren. Offiziell geht es dabei vor allem um die energetische Modernisierung der Häuser - doch wie die Berliner Zeitung erfuhr, muss bei den Arbeiten auch Asbest beseitigt werden. Das krebserregende Material wurde an einer Vielzahl von Gebäudeteilen verbaut, ergab die Untersuchung des größten Hauses in der Siedlung, eines 27-stöckigen Hochhauses an der Waldsassener Straße 29."Asbestfasern finden sich unter anderem an der Fensterbank der Loggiaverglasung, den Bodenplatten aus Hart-PVC in Wohnbereichen, in Wandfliesen aus Hart-PVC in Bädern, in Brandschutzklappen zum Installationsschacht in der Küche", teilte Degewo-Sprecherin Erika Kröber mit. "Im Außenbereich treten Asbestfasern in den gewellten Fassadenplatten und in den Faserzementrohren (Installationsschächte) auf." Alle Bauteile seien "gut erhalten, sodass nicht davon auszugehen ist, dass bisher Asbestfasern ausgetreten sind", erklärte Kröber.Für die Bewohner bestand nach Darstellung der Degewo-Sprecherin "weder zu einem früheren noch zum jetzigen Zeitpunkt eine Gesundheitsgefährdung". In "festgebundener Form und sehr geringer Menge", wie der Asbest dort verwendet worden sei, wäre das Material "nicht gesundheitsschädlich". Allerdings könnten durch Beschädigungen Fasern freigesetzt und über die Atemwege aufgenommen werden, räumt die Degewo ein. Sie habe "in den letzten Jahren vom Anbohren der Bodenbeläge oder Wandbeläge abgeraten".Bei der bevorstehenden Sanierung sollen laut Degewo "fast alle asbesthaltigen Bauteile entfernt" werden. In einem Teil der bewohnten Wohnungen verbleiben jedoch "die alten Fußbodenbeläge". Diese lägen aber "nicht an der Oberfläche, sondern unter einer fest verankerten Ausgleichsschicht oder unter mietereigenen Fußbodenbelägen".Weil die anderen Wohnhäuser der Degewo in der Siedlung an der Waldsassener Straße und dem Tirschenreuther Ring zur gleichen Zeit gebaut wurden wie das Hochhaus, geht die Wohnungsbaugesellschaft davon aus, dass "auch dort asbesthaltige Baustoffe zum Einsatz kamen". Die übrigen Wohngebäude sollen nach dem Vorbild des Hochhauses saniert werden. Im Hochhaus beginnen die Arbeiten in diesem Jahr. Die energetische Modernisierung kostet inklusive der Asbestbeseitigung 105 Millionen Euro. Nicht nur die Häuser werden erneuert, das Wohnquartier erhält auch einen neuen Namen: "Mariengrün" soll die Siedlung künftig heißen.------------------------------"Die in Bauteilen eingeschlossenen Fasern stellen keine Gefahr für die Mieter dar." Erika Kröber, Degewo