Kiel. «Bauernhöfe statt Agrarfabriken» - unter diesem Motto haben mehr als 20 Verbände und Organisationen für Mittwoch zu einer Demonstration in Kiel aufgerufen. Ab 11:00 Uhr wollen die Teilnehmer in einem Treckerkorso vor den Landtag ziehen, um sich für «eine neue, faire Agrarpolitik» stark zu machen. Es geht vor allem um mehr Förderung für den Öko-Landbau im Norden. Dazu sagte der agrarpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Lothar Hay, am Dienstag: «Schleswig-Holstein hat als einziges Bundesland die Förderung des ökologischen Landbaus eingestellt.» Dieser müsse wieder dauerhaft gefördert werden. «Nicht zuletzt, weil die Erzeugung von Bio-Lebensmitteln ein Wachstumsmarkt ist, an dem nicht beteiligt zu sein, Schleswig-Holstein sich nicht leisten darf», meinte Hay.

Der CDU-Landesvorsitzende Jost de Jager hatte am Dienstag die Europäische Agrarreform, den Umwelt- und Verbraucherschutz sowie die Umsetzung der Energiewende zu den derzeit bedeutendsten Fragen in der Agrarpolitik erklärt. «Landwirte sind heute verstärkt zugleich Energiewirte. Damit haben sie sich eine weitere, lukrative Einkommensquelle erschlossen», sagte de Jager. Für Landwirte, die Windenergieanlagen errichten, sollten die Auflagen zur Schaffung von Ausgleichsflächen für den Naturschutz abgeschwächt werden, meinte er. (dpa/lno)