Zum Artikel "Bezahlung nach Tarif geht nicht" (7. April, Seite 10):Es ist nicht neu, daß sich Medien immer wieder einmal Branchen heraussuchen, um sie öffentlich an den Pranger zu stellen. Zur Zeit stellt der Bereich der Sicherheitsdienste in diesem Sinne eine Zielscheibe dar, wobei, diese Bemerkung sei erlaubt, eine Reihe "vergifteter Pfeile" abgeschossen werden. Denn nicht alles, was in dem Bericht zu lesen ist, entspricht den Tatsachen.Richtig ist, daß viele Unternehmen der Wach- und Sicherheitsdienste - und dazu gehört auch die B.O.S.S. - ihren Mitarbeitern nur zu gern höhere Löhne zahlen möchte. Daß dieses nicht möglich ist, liegt nicht daran, daß hier Gewinne an den Beschäftigten vorbei "eingestrichen" werden. Denn die genannten Tariflöhne oder Zuschläge können doch nur dann gezahlt werden, wenn auch die Einnahmenseite stimmt. Und hier hapert es in vielen Fällen, weil die Zahlungen der Auftraggeber die Zahlung der auch von der Firmenleitung gewünschten Löhne einfach nicht hergeben. Der Bereich der Wach- und Sicherheitsdienste ist derzeit - und das nicht nur in Berlin - heiß umkämpft. Es gibt eine Reihe von Unternehmen, die eine seriöse Geschäftspolitik unterlaufen, vernünftige Vertragsabschlüsse unmöglich machen und vor allem den Auftraggebern die Möglichkeit bieten, Firmen zu engagieren, bei denen von einem Bemühen um eine leistungsgerechte Bezahlung der Mitarbeiter überhaupt nicht die Rede sein kann. Die Leidtragenden sind in jedem Fall die Arbeitnehmer, auch wenn dieses überhaupt nicht im Interesse der seriösen Firmen des Wach- und Sicherheitsdienstes liegt.Erschwerend kommt im konkreten Fall der Wegfall der europäischen Binnengrenzen hinzu, der ausländischen Anbietern die Chance gibt, zu Dumping-Preisen auf den deutschen Markt zu stoßen. Solange es hier keine einheitlichen und vor allem verbindlichen europäischen Richtlinien gibt, werden die deutschen Unternehmen den ausländischen - soweit es die Preis- und Lohngestaltung anbelangt - immer unterlegen sein. Am Rande sei hier die Frage gestattet, was Unternehmen der öffentlichen Hand die Sicherheit in ihren Einrichtungen wert sein sollte und ob es in diesem Sektor immer geboten ist, den billigsten Anbieter beauftragen zu müssen Eduard Pomerenke B.O.S.S. Sicherheitsdienste GmbH Die Redaktion behält sich das Recht vor, Briefe sinnwahrend zu kürzen. Für Eilige unsere Fax-Nummer: 23 2 7 54 30. +++