BERLIN. Die Deutsche Energie-Agentur (Dena) hält den Ausstieg aus der Atomkraft für möglich, ohne dass es dadurch in Deutschland vermehrt zu Stromausfällen kommt. Dena-Chef Stephan Kohler sagte der Berliner Zeitung: "Der Atomausstieg bis 2021 gefährdet unsere sichere Energieversorgung nicht. Wichtig ist allerdings, dass neue Kohle- und Gaskraftwerke gebaut werden, um die fehlende Kraftwerksleistung auszugleichen."Das Deutsche Atomforum hatte zuvor gewarnt, die deutsche Versorgungssicherheit sei "massiv" durch eine Stromlücke gefährdet, wenn in den kommenden vier Jahren wie geplant sieben der 17 Kernkraftwerke abgeschaltet würden. Derzeit produzieren die hiesigen Atommeiler rund ein Fünftel des Stroms.SicherheitsbedenkenKohler sagte weiter, neben den im Bau befindlichen seien in den kommenden Jahren noch etwa zwölf zusätzliche Kohle- oder Gaskraftwerke notwendig. "Dann ist die Energieversorgung sicher." Auch die Klimaziele der Bundesregierung seien damit erreichbar, "denn die neuen Kraftwerke sind deutlich effizienter als alte, die dafür abgeschaltet werden können."Das Angebot der Atomindustrie, einen Teil der hohen Gewinne aus dem Betrieb der Kernkraftwerke in Öko-Strom und Energieeffizienz zu investieren, hält er für den falschen Ansatz. "Die Neuausrichtung unserer Energieversorgung sollte nicht von gönnerhaften Angeboten der Atomindustrie abhängig gemacht werden. Egal wie die Diskussion über Laufzeitverlängerung in der neuen Bundesregierung entschieden wird, wir benötigen Energieeffizienz und regenerative Energiequellen."Der Atomkraft steht Kohler generell kritisch gegenüber. "Ich halte die Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und der Endlagerung von Atommüll für sehr gerechtfertigt." Darüber hinaus werde die Atomkraft im Energiemix der Zukunft immer unwichtiger. "Atomkraftwerke sind für den Betrieb rund um die Uhr ausgelegt, den sogenannten Grundlaststrom. Durch den raschen - und dringend nötigen - Ausbau der Erneuerbaren wird dieser aber immer seltener benötigt." Atomkraftwerke könnten nur schwer auf das schwankende Stromangebot insbesondere der Windkraft reagieren.