CHARLOTTENBURG. Der Abriss ist bereits genehmigt, doch jetzt wollen Denkmalschützer noch in letzter Minute das Schimmelpfeng-Haus am Breitscheidplatz retten. Wie berichtet, soll das Gebäude einem 119 Meter hohen Hochhaus sowie einigen niedrigeren Gebäuden weichen. Das 1957 bis 1960 erbaute Schimmelpfeng-Haus steht zwar auf der Landesdenkmalliste, doch ein Abriss ist möglich bei übergeordnetem öffentlichen Interesse - als solches sehen die Stadtentwicklungsverwaltung und der Bezirk die Modernisierung des Areals rund um den Bahnhof Zoo.Stadtplaner, Architekten, Historiker und interessierte Bürger gehören zum Verein "Denk mal an Berlin", der seit fünf Jahren auf bedrohte Gebäude, Brunnen und Standbilder in Berlin aufmerksam macht. Das Schimmelpfeng-Haus hat der Verein zum Denkmal des Monats Mai erklärt. Für Roman Hillmann, der sich als Lehrbeauftragter der Technischen Universität mit der Nachkriegsmoderne beschäftigt, ist das Schimmelpfeng-Haus mit der stelzenartigen Überbauung der Kantstraße unverzichtbar für den Breitscheidplatz: "Es vervollständigt die Platzsituation." Der Gebäuderiegel, der sich von der Hardenbergstraße bis zum Kurfürstendamm spannt, halte zudem Lärm und Wind ab.Weil der Investor EH Estate Management GmbH seit Jahren untätig ist, sieht der Vorsitzende des Landesdenkmalrates, Adrian von Buttlar, Möglichkeiten, das Haus zu erhalten. "Mit Druck der Öffentlichkeit ist das auch beim Institut für Bergbau und Hüttenwesen am Ernst-Reuter-Platz und beim Studentendorf Schlachtensee gelungen." Auf das Hochhaus müsse nicht verzichtet werden. Das könne auf dem Areal hinter dem Schimmelpfenghaus entstehen, das ebenfalls Estate gehört. Mit dem nebenan entstehenden Zoofenster (118 m) entstünde dann ein architektonisch reizvolles Ensemble von Alt und Neu, sagt von Buttlar. (el.)------------------------------Foto: Das Schimmelpfeng-Haus wurde 1957-60 erbaut.