Drei Tage nach dem brutalen Angriff auf einen 35jährigen Farbigen an der Bismarckstraße in Charlottenburg hat die Polizei am frühen Mittwoch morgen fünf Berliner DVU-Mitglieder festgenommen. Unter den Festgenommenen sind der 27jährige André Otto, Ortsvorsitzender der DVU in Lichtenberg, und der Berliner DVU-Geschäftsführer Peter Schröder.Wie berichtet, war der Architekt Pablo D. gemeinsam mit seiner 31jährigen Freundin Cornelia B. aus Mitte am Sonntag nachmittag an der Bismarckstraße von vier jungen Männern und einer jungen Frau aus einem grünen Mietlieferwagen heraus beschimpft worden. Die beiden saßen in einem Rover. An der Kreuzung Kaiser-Friedrich-Straße stiegen einige Männer aus dem Lieferwagen aus und schlugen auf Pablo D. ein. Später folgten Tritte und eine Reizgas-Attacke. Noch am Sonntag hatte Pablo D. dies angezeigt. Bei der Polizei jedoch zogen sich die Ermittlungen in die Länge: Erst am Dienstag übernahm der Staatsschutz, zuständig für ausländerfeindliche Übergriffe, den Fall. Während die Beamten am Dienstag jedoch lediglich herausfanden, daß der Lieferwagen von der DVU gemietet worden war, konnten die Insassen angeblich nicht ermittelt werden obwohl der Münchner Sprecher der DVU, Olaf Herrmann, die Namen der Insassen noch am Dienstag gegenüber der "Berliner Zeitung" genannt hatte. Die Partei-Version des Vorfalls stellt sich zudem anders dar: Danach seien die DVU-Wahlhelfer von Pablo D. zuerst beschimpft und dann angegriffen worden. Schließlich habe man sich nur noch mit Tränengas wehren können. Bei den Vernehmungen wiederholten die Verdächtigen diese Version. Trotzdem erließ ein Richter gegen den 27jährigen André Otto Haftbefehl, die anderen Verdächtigen wurden auf freien Fuß gesetzt. Weil keine Fluchtgefahr besteht, wurde auch der Hauptverdächtige André Otto unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt: Er muß sich viermal pro Woche melden und auch seine Fahrerlaubnis abgeben. Die DVU reagierte auf die Festnahmen mit Unverständnis. Olaf Herrmann sprach von einer Verleumdungskampagne gegen die Partei: "Wir sind grundsätzlich gegen jede Gewalt und würden niemals auf andere losgehen."