Früher war alles schlechter für Emmerich Samson. Zumindest die Figur. "Ich war ein dickes, fettes, rundes Kind", erinnert er sich. Samson fühlte sich unwohl mit seinem Übergewicht - mit 15 Jahren beschloss er, etwas dagegen zu tun. Samson ging ins Fitnessstudio und trainierte. So gut gefiel es ihm dort, dass er zwei Jahre später eine weitere Entscheidung traf: selbst Fitnesstrainer zu werden.Zwar begann Samson, heute 36 Jahre alt, eine Ausbildung als Elektriker, doch nebenbei lernte er für die B-Lizenz als Trainer an der Akademie für Betriebswirtschaft, Sport-Fitness und Aerobic-Gymnastik (BSA). Samson bestand die Prüfungen, arbeitete stundenweise als Trainer, schloss die A-Lizenz an, kündigte als Elektriker und widmete sich ganz dem Beruf Fitnesstrainer. "Ich liebe es, den Menschen Gutes zu tun", sagt er. Das klingt pathetisch, trifft aber den Kern des Jobs. "Ein Fitnesstrainer muss offen auf Leute zugehen", sagt der Sprecher der BSA-Akademie, Markus Reppner. Die Präsidentin des Deutschen Sportstudio-Verbandes (DSSV), Birgit Schwarze, ergänzt: "Ein Fitnesstrainer muss ein guter Dienstleister sein, der die Kunden so betreut, wie sie es wünschen." Schließlich opferten die im Studio ihre Freizeit und zahlten auch noch dafür.Von diesen Dienstleistern werden, so glaubt Schwarze, in Zukunft immer mehr benötigt. Aktuell gibt es in Deutschland rund 6 500 Fitnessstudios mit etwa 5,2 Millionen Mitgliedern. "Wir gehen davon aus, dass es im Jahr 2005 etwa 7 000 Studios mit sechs bis sieben Millionen Mitgliedern sein werden", sagt die DSSV-Präsidentin. Entsprechend werde der Bedarf an ausgebildeten Fitness-trainern steigen.Die Wege, die zu diesem Job führen, sind zahlreich. Neben dem DSSV gibt es etliche private Anbieter wie die BSA-Akademie, die Ausbildungsgänge zum Fitnesstrainer anbieten. Gemeinsam haben alle, dass sie keine klassische Vollzeitausbildungen anbieten, sondern eine Mischung aus Fernstudium, Blockunterricht am Ausbildungsort - und schließlich einer schriftlichen und praktischen Prüfung.Preisgünstig sind die Kurse nicht. Wer sich beim DSSV zum "lizenzierten Fitnesstrainer" ausbilden lassen will, muss acht Wochenendseminare zu den Themen Trainingslehre, Sportmedizin, Psychologie und Ernährungskunde besuchen und pro Seminar 248 Euro zahlen, dazu 100 Euro Prüfungsgebühr; insgesamt also 2 084 Euro. Die privaten Anbieter verlangen ähnliche Preise. Doch ohne ein Zertifikat hat man in der Branche kaum eine Chance, einen Job zu bekommen. "Der Einstieg ist dann sehr schwer", sagt Markus Reppner von der BSA-Akademie.8 bis 13 Euro pro StundeOb sich die Investition später auszahlt, wie viel ein Trainer also verdient, hängt von mehreren Faktoren ab: von seiner Qualifikation, von seiner Erfahrung und von der Größe des Fitnessstudios. Der DSSV empfiehlt den Betrieben, die unter seinem Dach organisiert sind, fest angestellten Trainern ein Gehalt zwischen 1 760 und 1 980 Euro brutto zu zahlen. Freiberufler verdienen zwischen 8 und 13 Euro pro Stunde, sagt Schwarze. Doch es gibt Ausnahmen - nach oben. "Ein guter Trainer kann mit seinem Studio vereinbaren, dass ein Teil seines Gehalts vom Erfolg abhängt, also von der Zahl der Kunden und vom Umsatz", sagt Schwarze.Das weiß auch Emmerich Samson. Er kennt mittlerweile beide Seiten des Geschäfts. Er war Trainer und hat ein Fitnessstudio geleitet. Später machte er sich selbstständig als Berater von Studios. Zudem bildet er für diverse Institute selbst Trainer aus. Samson sagt, dass er der Branche treu bleiben wird. Dick und rund will er nicht mehr werden.Erfahrung hilft // Der Weg in den Beruf Fitness-Trainer ist nicht staatlich geregelt. Wer in diesem Job arbeiten will, braucht keinen bestimmten Schulabschluss vorzuweisen. Vorteilhaft ist es jedoch, wenn man vor der Ausbildung zum Trainer bereits selbst in ein Fitness-Studio gegangen ist.Etliche Institute bieten Seminare an, in denen die Teilnehmer zu Fitness-Trainern ausgebildet werden. Informationen der größten deutschen Anbieter im Internet: www. dssv. de www. bsa-akademie. de www. safs-beta. de www. lead-school. com www. ifaa. de