BERLIN, 30. Dezember. Ein neues Radsport-Zeitalter beginnt für Andreas Klöden. Gerade der U 23-Amateurklasse entwachsen, will sich der Mann vom SC Berlin bei den Profis etablieren. Und das ausgerechnet im derzeit erfolgreichsten Rennstall der Welt, dem Team Telekom. Vom 1. Mai an wird Klöden dann Jan Ullrich und Bjarne Riis zu seinen Kollegen zählen. Darüber sei er außerordentlich stolz und sehr froh, sagt der Zeitfahrspezialist, 1996 Dritter und dieses Jahr Siebter der U 23-WM: "Auf Anhieb ein solches Vertragsangebot, das ist schon eine tolle Sache, selbst wenn ich nur 18. Mann bin."Nicht nur sportlich, auch finanziell kommt der Vertrag zur rechten Zeit. Denn ab Januar gehört Klöden nicht mehr der Bundeswehr-Sportgruppe an. "Bis zum Mai werde ich mich durchwurschteln, von Gespartem und Preisgeldern leben."Trainieren muß der 22jährige aber wie die Asse. "Mein erstes Rennen für Telekom soll ich bei der Friedensfahrt bestreiten. Da möchte ich natürlich eine gute Figur abgeben." Zu dieser Tour existiert eine besondere Beziehung, denn als Kind bewunderte der damals noch in Forst wohnende Andreas die Uwe Ampler und Olaf Ludwig.Seit seiner WM-Bronzemedaille 1996 steht der Berliner im Blickfeld diverser Rennställe. "Aber mein Trainer Uwe Freese riet mir, noch zu warten. Er hat recht behalten." Klöden ist nun nach Erik Zabel, Jan Ullrich und Jan Schaffrath der vierte Berliner in der Telekom-Garde. Den Tour-de-France-Sieger kennt er noch aus gemeinsamen Internatszeiten in Hohenschönhausen. Gemeinsam trainiert haben sie aber nicht, da Ullrich älter ist. "Auch wenn einige sagen, daß ich ähnliche Stärken hätte, Jan ist eine Ausnahme. Da gibt es keine Parallelen. Ich bin erst bei 60 Prozent seiner Fähigkeiten", gibt sich Klöden realistisch.