Klaus J. Rumpf, der neue Leiter des Hansa Theaters, will weg vom reinen Unterhaltungstheater. Sein künstlerisches Anliegen sei literarisches Volkstheater, Zerstreuung mit Tiefgang, erklärt er. Als erste Produktion unter Rumpfs Leitung hatte am Wochenende das Stück "Der beschleunigte Personenzug" von Heinrich Spoerl und Hans Reimarm Premiere.Die Welt des Oberamtmanns Brlnkmann, speziell seine Ehe, gerät aus den Fugen nach einer wilden Nacht in Berlin. Auch seine Frau hat sich derweil vergnügt -- mit einem Österreicher in Bonn. Herr Brinkmann stehe für das preußische Beamtentum der Weimarer Republik, und seine Frau verkörpere die junge aufstrebende Demokratie.Das preußische Beamtentum und die junge Demokratie streiten sich. Türen knallen. Viel Porzellan wird zerschlagen. in friedlicheren Zeiten werden dem spitzbärtigen Hausherrn von der Frau die Schuhe von den Füßen gezogen und Pantoffeln angesteckt. Warum bedient ihn die Demokratie? Will sie einen Leisetreter? Und was bedeutet überhaupt der Österreicher?Alle Klischees werden bedient: Das Dienstmädchen ist dumm und tolpatschig. Wenn es die Demokratie nicht versteht -- und das kommt sehr oft vor -- stößt es ein lautes Sirenengeheul aus. Der Amtsdiener sagt Immer artig ja, Herr Kommissar. Der trägt Stiefel und ist schneidig im Ton. Und der zucktige Herr mit der vielen Pomade Im Haar, der Frau Brinkmann so dreist den Hof macht, ist natürlich ein Österreicher.Sicher, es gab durchaus auch Situationskomik. So, wenn der Hausherr während der Ehekrise die Essensfrage so beantwortet: ,Rumpsteak?Ja!, ,Wie durch!, piepst sie. ,Roh , tobt er, ,ich will Blut sehen!, Aber es ist Boulevard pur und so verstaubt wie die Akten, die der Amtsdiener aus dem Schrank holt. Die Regleeinfälle sind zu dick aufgetragen, und die Schauspieler übertreiben ihr Spiel, besonders die Eheleute (Hans-Werner Bussinger und Ines Bartholomäus) und das Dienstmädchen (Tlna Welk). Das leichte Mädchen des ersten Bildes ist in ihrer Frivolität so wenig überzeugend wie ihr rheinischer Tonfall als Page (Elisabeth Simon).Einige Nebenrollen sind ganz gelungen: die immer störende Verwandte (Inge Herbrecht), der feurige Rechtsanwalt (Florian 1-fees), dessen feingeschnittene Gesichtszüge etwas an Mathieu Carri~re erinnern, und der aalglatte Filou, Herr Zucker, gespielt von Christian Fischer.