Wer malt, braucht Marketing, damit andere davon erfahren - woraus die pragmatische Eingebung folgen könnte, es doch gleich selbst einmal als Galerist zu versuchen. Das Ausstellen der Arbeiten, so findet Peter Lindenberg, könne genauso zum Beruf eines Künstlers gehören wie die Arbeit im Atelier. Mehr als das: Man dürfe die Ortswahl und die Rahmenbedingungen (damit letztendlich auch die Entscheidung für eine bestimmte Atmosphäre) partout nicht Dritten überlassen, Pinsel und Farbe suche man schließlich auch selbst aus. Lindenberg hat aus dieser Überlegung das Projekt "Galerie Rohling" abgeleitet: Spontan sich auftuende ungenutzte Räume - zuletzt etwa Ladengeschäfte am Kurfürstendamm oder das Markgrafenhaus am Gendarmenmarkt - werden zum temporären Ausstellungsareal umgewidmet. In diesem ambulanten Ambiente wird weitergemalt, wie um den Produzenten noch offensichtlicher mit dem Promoter zu verschränken. Peter Lindenberg ist nun mit seinen collagenhaft anmutenden Farbflächen-Bildern mitten in die Kulturbrauerei gezogen - in einen Durchgang mit einer nahezu surreal anmutenden Länge von 60 Metern. Und danach fände der künstlerische Hausbesetzer den Potsdamer Platz nicht schlecht - weil man irgendwann den Ehrgeiz entwickele, dass es jedes Mal ein "noch größerer, tollerer und eindrucksvollerer" Raum sein müsse. (cab.)Peter Lindenberg/Galerie Rohling bis zum 15. August in der Kulturbrauerei (Schönhauser Allee 36-29, Gebäude 3.2, Erdgeschoss), täglich geöffnet von 17-21 Uhr. Vernissage am Freitag ab 19 Uhr.