PRENZLAUER BERG. Das Logo passt prima zum Ort: Der Berliner Bär liegt in einem Bierfass und schläft. Das Hostel Pfefferbett auf dem Gelände des Pfefferbergs an der Schönhauser Allee 176 wirbt mit der Geschichte des Ortes: Bis 1921 war dort eine Brauerei. Seit Kurzem kommen Touristen aus aller Welt zum Übernachten dorthin. Den zumeist jungen Gästen gefällt es so gut, dass zum Beispiel eine 12. Klasse aus dem bayerischen Straubing nach ihrem Berlin-Besuch vor zwei Wochen gleich für die nächste Klassenfahrt gebucht hat. Kommende Woche ist das Hostel mit seinen 181 Betten komplett ausgebucht. "Die Gäste loben die ruhige Lage mitten in der Stadt", sagt Geschäftsführer Johannes Migura. Zentral und grün zugleich ist es: Von der Terrasse aus schaut man in einen Garten.Allzu ruhig ist es tagsüber allerdings nicht. Betonmischer rotieren, Bauarbeiter brüllen, Presslufthämmer dröhnen. Das 13 500 Quadratmeter große Areal zwischen Schönhauser Allee und Christinenstraße ist an vielen Stellen eine Baustelle. Einige Backsteinhäuser der früheren Brauerei müssen noch saniert werden; Bauplanen verdecken den Blick auf dunkelrote Klinkersteine und Räume mit hohen Decken.Doch ein Ende der Arbeiten ist absehbar. "Wir werden im Pfefferberg bald einen Mix aus Kunst und Kultur, sozialen Einrichtungen und Dienstleistungsbetrieben haben", sagt Andreas Kranhold, der Geschäftsführer der Pfefferwerk Entwicklungsgesellschaft. Neben dem Hostel Pfefferbett eröffnete bereits Anfang Mai in Haus 14 das Restaurant Pfefferberg. Köche und Auszubildende für Gastronomieberufe bereiten dort regionale und internationale Gerichte zu. Es gibt einen preiswerten Mittagstisch, die Abendkarte bietet auch ein Vier-Gänge-Menü für 38 Euro.Morgen wird Berlins Wirtschaftsstaatssekretärin Almuth Nehring- Venus die frisch sanierten Häuser 13 und 14 auf dem Gelände offiziell eröffnen. Dort werden neben Gastronomen auch Veranstaltungstechniker und Kaufleute ausgebildet.Im Herbst dieses Jahres sollen die Arbeiten im nördlichen Teil beendet sein. Dort wollen zwei dänische Künstler ihre Galerien eröffnen: Haus 2 und 3 hat der Designer Olafur Eliasson gekauft. Seit 2006 lebt der Künstler in Berlin und Kopenhagen. Haus 4 übernimmt der aus Kopenhagen stammende Erfolgsgalerist Mikael Andersen. Schon jetzt gibt es auf dem Pfefferberg die Akira Ikeda Gallery, das Architekturforum mit der Galerie Aedes sowie die Ateliergemeinschaft Meinblau. Der südliche Teil, zugänglich über die Schönhauser Allee, soll bis Ende 2009 vollständig saniert sein. Die Eigentümer investieren mehrere Millionen Euro in die Arbeiten.Mit dem Leben auf der Baustelle kommt Hostel-Chef Johannes Migura deweil ganz gut zurecht. Den Bauzaun im Eingangsbereich will er von Graffiti-Künstlern gestalten lassen, und er freut sich über Kooperationen mit Unternehmen auf dem Gelände. So werden die Gäste eines bevorstehenden Architekturseminars im Pfefferberg in seinem Hostel übernachten. "Wir fühlen uns hier wie in einem kleinen Dorf mitten in der Stadt", sagt Migura.Das erste große Kulturereignis auf dem Areal steht kurz bevor. Vom 29. bis 31. Mai wird im Pfefferberg das Polnische Musikfestival veranstaltet. Dann müssen die Hostel-Gäste nicht mal mehr das Dorf verlassen, um abends was zu erleben.------------------------------Grafik : Essen, schlafen, staunen1: Gebäude noch ungenutzt, 2 und 3: ab Herbst 2008 zieht dort die Galerie Olafur Eliasson ein, 4: im Herbst 2008 eröffnet dort die Galerie von Mikael Andersen, 5: Ateliergemeinschaft Meinblau6: Hostel Pfefferbett, 7 und 9: Akira Ikeda Gallery, 8, 10 und 11: künftig Aedes-Campus mit Architekturforum und Galerie Aedes, dem Kulturlabor ICI und Büros, 12: früher Garagen, heute Freifläche, 13: Veranstaltungsräume für Konzerte und Partys, Ausbildungsstätte für Veranstaltungstechniker und Kaufleute14: Restaurant Pfefferberg: Mo-Fr 11.30-24 Uhr, Sa/So ab 17.30, von Juni an: ab 10 Uhr15: die frühere Schwankhalle steht noch leer, 16: Ausschank und Sommergarten mit 400 Plätzen, täglich geöffnet ab 15.30 Uhr, Sa/So ab 14 Uhr, 17: im Untergeschoss residiert der Club Bassy Cowboy Club, 18-21: diese Räume sind noch ungenutzt.------------------------------Ein Bayer und BierBraumeister Joseph Pfeffer aus Bayern gründete 1842 die Brauerei hinter dem Schönhauser Tor. Von 1907 bis 1921 wurde dort Bier in Kellergewölben gelagert und in Flaschen abgefüllt.Als Bäckerei wurde das Gelände ab 1929 genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen Firmen, Ämter und eine Zeitungsdruckerei auf das Gelände. Ein Jugendzentrum sollte errichtet werden.Der Verein Pfefferwerk übernahm 1999 das Gelände mit den 21 Gebäuden vom Bund. Seitdem werden die denkmalgeschützten Häuser saniert.------------------------------Foto : Oase in der City: Im Garten vom Hostel Pfefferbett genießen Touristen das Grün.