BERLIN. Mit Beginn der höheren Temperaturen steht der Arbeit unter freiem Himmel nichts mehr im Weg. Doch während der eine im Garten Erholung sucht, knattern beim Nachbarn unüberhörbar Rasenmäher, Vertikutierer und Motorsägen.Sonntags bleibt es ruhig"Die Gartenpflege sorgt regelmäßig für Streit", sagt Holger Becker vom Verband deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) in Berlin. "Während der eine mit seinem Besuch den Nachmittag gemütlich auf der Terrasse verbringen möchte, pflügt der Nachbar ausgerechnet mit seinem stinkenden Benzinrasenmäher durch den Garten. Ärger ist da vorprogrammiert."Grundsätzlich darf der Rasen von Montag bis Sonnabend zwischen sieben und 20 Uhr gemäht werden. So steht es in der sogenannten Geräte- und Maschinenlärmschutz-Verordnung, die bundesweit gilt. Sie umfasst insgesamt 57 unterschiedliche Geräte- und Maschinenarten, von Baumaschinen wie etwa Betonmischer, über Bau- und Reinigungsfahrzeuge, bis hin zu Landschafts- und Gartengeräten, wie beispielsweise Kettensägen, Laubbläser und Rasenmäher. Einzige Ausnahme: Maschinen mit bestimmten Umweltzeichen der EU gelten als lärmarm und dürfen auch noch nach 20 Uhr benutzt werden.Für besonders laute Geräte gelten hingegen noch schärfere Regeln: Danach dürfen Feinschneider, Grastrimmer und Graskantenschneider, Laubbläser und Laubsauger nur zwischen neun und 13 sowie 15 und 17 Uhr betrieben werden. An Sonn- und Feiertagen ist das Mähen des Rasens ganztägig verboten. Außerdem dürfen Rasenmäher seit dem Jahr 2006 je nach Nutzleistung einen Lärmgrenzwert zwischen 94 und 103 Dezibel nicht mehr überschreiten. Das entspricht in etwa dem Lärmpegel eines Motorrades ohne Schalldämpfer.Erweiterte RuhezeitenDie Verordnung lässt darüber hinaus zu, die Ruhezeiten noch weiter auszudehnen. Länder und Gemeinden können selbst darüber entscheiden, wann laute Gartengeräte laufen dürfen und wann nicht. Es mache daher durchaus Sinn, sich erst einmal nach Gemeindesatzungen und Städteverordnungen zu erkundigen, bevor man sich den Groll der Mitmenschen zuzieht und sich womöglich noch strafbar mache, rät Holger Becker. Wer sich jedoch an die vorgegebenen Zeiten hält, ist rechtlich auf der sicheren Seite.Mehr Informationen zum Thema gibt es in den Broschüren "Nachbarrecht Berlin" und "Nachbarrecht Brandenburg", die der VDGN herausgebracht hat. Die Hefte kosten jeweils vier Euro (plus ein Euro für den Versand) und können bestellt werden unter der Telefonnummer 030 / 514 88 80.Weitere Informationen unter: www.bundesrecht.juris.de/bimschv_32/index.html------------------------------"Es ist sinnvoll, sich in Gemeindesatzungen über Lärmvorschriften zu erkundigen." Holger Becker------------------------------Foto: Knatternde Rasenmäher führen zwischen Nachbarn häufig zum Streit.