BERLIN, 10. März. Fritz Fuchs, der Trainer des aufstrebenden Fußball-Regionalligisten 1. FC Union Berlin (vier Zähler hinter Spitzenreiter VfB Leipzig bei einem Nachholspiel), begab sich auf Beobachtungstour. Zuerst sah er Erfurt gegen Sachsen Leipzig, später Eintracht Trier kontra Sportfreunde Siegen. "Da gibt es überall interessante Spieler", sagt Fuchs, der parallel zum in der Nordost-Staffel tobenden Aufstiegskampf die kommende Spielzeit personell plant.Fuchs` Stammformation, die er zuletzt achtmal in Folge auf den Platz schickte, bleibt ihm fast komplett erhalten. Oskar Kosche, Jens Härtel, Tom Persich, Jan Walle, Jörg Schwanke, Daniel Petrowsky, Steffen Menze und David Bergner haben sich bis Juni 2000 an Union gebunden. Gert Müller und Peter Közle besitzen sogar Kontrakte bis zum Sommer 2001.Gerangel um Nikol Bleibt nur der Fall Ronny Nikol (24). Unions spielstarker Mann für die linke Außenbahn, früher beim FC Berlin und danach mit einem Intermezzo beim 1. FC Nürnberg, machte mehrfach öffentlich, ab Sommer unbedingt in der zweiten Bundesliga spielen zu wollen. Den Aufstieg kann ihm Union allerdings nicht garantieren, sein Vertrag läuft aus. Nikol kokettiert mit Angeboten anderer Vereine, u.a. soll der FC Hansa Rostock Interesse angemeldet haben. Fritz Fuchs würde Nikol liebend gern behalten und sagt: "Ich habe ihm empfohlen, noch ein Jahr bei Union zu bleiben und sich bei uns fußballerisch weiterzuentwickeln."Offen sind ebenfalls die Personalien Michael Oelkuch, Anders Swahn und Tellez Juarez, die erst unter der Ägide von Fuchs an die Alte Försterei gelotst wurden. Die Verträge des Trios laufen am 30. Juni 1999 aus. Union besitzt aber bei allen drei eine Option. "Wir werden deren Entwicklung abwarten und dann rechtzeitig entscheiden", verkündet Fuchs. Vor allem Oelkuch erwies sich als echte Verstärkung.Der Trainer setzt sich selbst und seine Mannschaft öffentlich unter Druck. Er sagt: "Ich will in dieser Saison Meister werden!" Und er plane nur in eine Richtung. "Ich baue eine Truppe zusammen, die entweder in der zweiten Liga bestehen oder die bei Nichtaufstieg sofort vehement angreifen kann."Das Team habe sich sehr gefestigt, urteilt Fuchs, "aber wir werden uns punktuell weiter verstärken."Interesse an FeinbierZuletzt sickerte durch, daß Union Interesse an Markus Feinbier habe. Der ist beim gegenwärtigen Tabellenletzten der zweiten Liga, Wattenscheid 09 beschäftigt. Der 29jährige Angreifer spielte einst auch für Hertha BSC und besitzt die Erfahrung von 69 Erstligaspielen. Fuchs wollte diese Personalie nicht kommentieren, beschränkte sich auf das übliche "wir beobachten aufmerksam den Markt".Kurios bei sämtlichen Planspielen scheint, daß über eine Vertragsverlängerung noch gar nicht gesprochen wurde: die des Pfälzers Fritz Fuchs selbst. "Ich plane alles akribisch, unabhängig von der Position des Trainers", sagt Fuchs. Man darf allerdings davon ausgehen, daß der ehemalige Profi des 1. FC Kaiserslautern bei Union nicht auf halbem Weg kehrt machen wird. Dafür scheint die Aufgabe an der Alten Försterei viel zu reizvoll zu sein.