Wer Ostern ins Kino geht und dabei in einer Vorstellung des morgen startenden spannenden und amüsanten Films "Die Geheimnisse der Spiderwicks" landet, der bekommt dabei die Stimme von Anne Helm zu hören. Sie spricht nämlich Mallory, die große Schwester des Filmhelden Jared. "Ich bin froh, dass ich jetzt Rollen sprechen darf, die meinem Alter entsprechen.", sagt Helm. Das war für die heute 21 Jahre alte Berlinerin nicht immer so: "Ab 14 habe ich mich geweigert, die Neunjährigen zu sprechen. Da gab es erst mal eine Flaute."Verwunderlich war das allerdings nicht. Denn bei der Rollenvergabe war Anne lange in der Rubrik "kindlich, niedlich" geführt worden, nachdem sie im Kinoerfolg "Ein Schweinchen namens Babe" dem Schweinchen ihre Stimme geliehen hatte. Alles danach musste sie sich erst mal hart erarbeiten: Gerade ist sie im Kinofilm "Die zweigeteilte Frau" von Claude Chabrol als Stimme von Ludivine Sagnier zu hören, die sie auch schon in "Swimming Pool" synchronisiert hatte. Anne sprach auch die Filmtochter von Penelope Cruz in "Volver", wofür es eine Nominierung für den Deutschen Synchronpreis gab. Weil ja die Miete bezahlt werden muss, spricht Anne Helm auch mal in einer "überflüssigen amerikanischen Teenagerserie", wie sie selbst sagt. Allerdings auch die immer mit dem höchsten Anspruch an die Qualität ihrer eigenen Arbeit. Man soll ihr da wirklich nichts nachsagen können.Schon im Alter von acht Jahren lieh Anne Helm, deren Vater Gunnar Helm Schauspieler und Synchronsprecher ist, dem Film-Schweinchen Babe ihre Stimme. Klagen, ihr sei durch die frühe Arbeit als Synchronsprecherin die Kindheit geklaut worden, wird man von Anne Helm allerdings nicht hören: "Ich kenne Kollegen, bei denen das wirklich so war. Aber ich konnte mir meine Rollen immer aussuchen. Und Serien habe ich früher nicht gemacht." Immer blieb genug Zeit für die ganz normalen Beschäftigungen von Kindern. So hat sie viel geschmökert, wobei nie Mangel an Lesestoff herrschte.Als die Anfrage für "Die Geheimnisse der Spiderwicks" kam, wusste Anne sofort, worum es in dem Film geht: "Meine Mutter ist Kinderbuchhändlerin, sie hat meine Schwester und mich früher oft als Testleser benutzt. Ich kannte also das Buch, das die Vorlage zu diesem Film bildet."Auch heute noch liest sie viel lieber, als sich vom TV-Programm berieseln zu lassen: "Ich habe gar keinen Fernseher." Wenn sie sich wirklich dringend etwas anschauen will, dann geht sie zu einem Mitbewohner ihrer Kreuzberger WG. Ein Fernseher hielte sie nur vom Leben ab: "Der würde wahrscheinlich ständig laufen und mir meine Zeit stehlen."Die Arbeit im Halbdunkel des Synchronstudios macht ihr Spaß, trotzdem träumt Anne Helm von der Bühne. "Ich habe Lust darauf, Schauspiel zu studieren und Theater zu spielen." Das erste Vorsprechen an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" ging nach ihrer eigenen Einschätzung "in die Hose" - sie macht sich da keine Illusionen. Ihre Schlussfolgerung: "Nächstes Mal bereite ich mich besser vor." Dann muss es nämlich klappen, denn man darf sich nur zweimal an derselben Schauspielschule bewerben: "Im Nachhinein bewerte ich es deshalb auch als Fehler, dass ich mich gleich an meiner Traumschule beworben habe."------------------------------Foto: Anne Helm leiht seit Jahren Filmstars ihre Stimme. Jetzt will die 19-Jährige Schauspielerin werden.