Der Tip und seine Liste: Hildebrandt auf Platz 1, Wowereit auf 2, Désirée Nick auf 100: Und am peinlichsten ist .

Hat sie das verdient, Désirée Nick? Hat sie dafür Känguruhoden im Dschungel Australiens gegessen? Auf dem letzten, dem 100. Platz ist die Entertainerin auf der neuesten Liste der "100 peinlichsten Berliner" des Tip gelandet, mit der das Stadtmagzin alljährlich Bilanz zieht. Wenigstens hat es für Frau Nick noch zur Überschrift "Mutter aller Schlampen" gereicht. Die Redaktion des Tip hat natürlich gewusst, dass sie Désirée Nick mit Platz 100 schlimmer trifft, als sie etwa auf Platz 1 zu setzen.Désirée Nick spielt das Spiel mit - und zeigte sich angemessen enttäuscht, als sie von dem Ergebnis erfuhr. "Nur Platz 100? Das ist die schlimmste Schlappe, die ich seit langem erlitten habe", sagte sie, "ich dachte, ich bin peinlicher. Ich dachte, der Dschungel sei das Peinlichste, was es gibt." Aufgeben will sie aber nicht: "Ich muss mich hocharbeiten zur Nummer eins."Dieser Platz gebührt, findet der Tip, dieses Jahr Alexandra Hildebrandt, Witwe des Museumsgründers Rainer Hildebrandt. Manchem gilt die Chefin des Hauses am Checkpoint Charlie als streitbar, den Machern des Stadtmagzins ist sie "die größte Heimsuchung Berlins". In einer "Mischung aus fanatischem Sendungsbewusstsein und kaltem Erwerbsstreben" überziehe sie die Stadt mit ihren "Gedenkwaffen" Mauern, Kreuzen, Fluchtdevotionalien. Die "Kreuzritterin" Hildebrandt sei die "geschichtsklitternde Erbin vom Checkpoint Charlie".Angesichts dieses Furors verblasst die Einschätzung für den Zweitplatzierten ein wenig. Klaus Wowereit hat sich von Platz 74 im Vorjahr auf den undankbaren zweiten Platz katapultiert. Zu verdanken hat er das seinem seltsamen Auftritt vor Geschäftsleuten in Bangkok. Dabei war dem Tip Wowereits vermeintlich unpassende Kleidung (beiger Anzug) wurscht, schwerer wog seine wirre Rede. Wowereit hatte dem staunenden Publikum Berlin kurzerhand als "Tor nach Asien" präsentiert. Tip-Fazit: Der Regierende ist der "Tor von Asien". Bei aller Albernheit - Wowereit darf diese Einschätzung getrost als weiteres Indiz dafür werten, dass seine Popularitätskurve in der Stadt sinkt.Despektierlich springt das Magazin mit FDP-Chef Guido Westerwelle und dessen Coming-out um. Westerwelle, "Spätkommer", habe seine Homosexualität öffentlich gemacht, "als er selbst vermutlich der Letzte war, der es noch nicht wusste". Dazu der Tip: "Wer zu früh kommt, den bestraft der Lover, wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte." Rang 11. Ansonsten kriegen die Üblichen ihr Fett weg: Almbewohnerin Kader Loth ("Kopflastig", Platz 3), Multi-Moderator Johannes Baptist Kerner ("Wurstpelle", Rang 13), Opfer Anouschka Renzi, Witwe Tatjana Gsell, Talkerin Sandra Maischberger (sie landete vor Sabine Christiansen), Friseur Udo Walz, Sohn Benjamin Teewag und so weiter und so fort, dazwischen auch Irene "Filzodrom" Moessinger, Filmlöwe Atze Brauner und Clubbetreiber Cookie. Schön die Schmähkritik über Bahnchef Hartmut Mehdorn. Was weiß Mehdorn über Gerhard Schröder, fragt der Tip, "dass der Kanzler diesen Vollversager auch nur eine Minute länger mit Deutschlands teuerster Modellbahn spielen lässt." Das reichte zu Platz 37 und der Überschrift "GröBaz".------------------------------Foto (2): Peinlich? Alexandra Hildebrandt inmitten ihrer Holzkreuze am Checkpoint Charlie.Platz 2 knutscht die Letzte: Klaus Wowereit und Désirée Nick.