Kurt Krieger will ja nicht drängeln, aber Eile sei geboten, sagt er. "Es wäre schön, wenn ich noch erleben würde, dass das Gelände des alten Güterbahnhofs Pankow fertiggestellt wird", sagte der 63-jährige Firmenchef, dem Möbelhäuser wie Höffner und Sconto gehören.Kurt Krieger ist auch Eigentümer des 40 Hektar großen Geländes Alter Güterbahnhof Pankow. Das riesige Areal, zwei Kilometer lang, liegt seit 1997 brach, doch in den kommenden Jahren will Krieger auf dem Gelände sein Projekt "Pankower Tor" verwirklichen. Dazu gehören ein Stadtplatz mit Wohnhäusern, Büros und einer Schule für 1200 Kinder. Ein großer Park kommt hinzu, mit Spielplätzen, Liegewiese, Freilichtbühne und 1370 Bäumen, die Kurt Krieger pflanzen will.Ein Einkaufszentrum (30000 Quadratmeter) ist auch geplant und tausende Parkplätze, denn etwa die Hälfte der Kunden, so Prognosen, werde dann aus dem Brandenburger Umland zum Einkaufen nach Pankow kommen. Und natürlich wird es ein neues Möbelhaus Höffner (40000 Quadratmeter) und Sconto (7000 Quadratmeter) geben, dafür wird Krieger seine Filiale in der Pankstraße in Wedding schließen. Auch den denkmalgeschützten verfallenen Rundlokschuppen an der Autobahnauffahrt Prenzlauer Promenade will der Unternehmer wieder herrichten und kulturell nutzen. "Vielleicht eröffnet dort die Pankower Oper", sagt er gestern bei einer Ortsbesichtigung. Derzeit ist das Gelände eine Brache.350 Millionen Euro wird es den Unternehmer kosten, seine Pläne umzusetzen. "Das ist eine große Chance für Pankow, wir können etwas Gutes daraus machen." Krieger sagt, es werde noch fünf Jahre dauern, ehe er mit der Umgestaltung des Geländes beginnen könne. Länger als zwei Jahre sollten die Bauarbeiten nicht dauern, 2018 könnte der Park eröffnen.Jahrelang haben die Pankower Bezirkverordneten über Kriegers Pläne diskutiert, 19 Mal änderte der gebürtige Pankower seine Entwürfe, er sprach bei Fraktionen und Ausschüssen vor, mit Erfolg. Mittwochabend stimmten die Bezirksverordneten zu, mit Ausnahme der Grünen. "Von einem "integrierten Gesamtkonzept" und "einer großen Chance für Pankow" spricht Roland Schröder (SPD). Immerhin schenkt Krieger dem Bezirk die benötigte Fläche für einen Schulneubau, und er wird auch neue Radwege entlang der Granitzstraße anlegen und eine neue Brücke errichten lassen.Die Pankower Linke lobt Kriegers Investition. "Herr Krieger könnte auch in Barnim problemlos seine Pläne verwirklichen. Das kann aber nicht das Ziel sein", sagt Verkehrsexperte Wolfram Kempe. Der Bezirk hofft im Zusammenhang mit dem Bauprojekt auf eine Verlängerung der Straßenbahnlinie M2, die dann vom Alex bis zu Kriegers Einkaufszentrum führen würde. Darüber entscheidet der Senat. Die Pankower Grünen lehnen Kriegers Pläne ab. Das wertvollste Tafelsilber werde achtlos weggegeben, hieß es.Kurt Krieger setzt indes auf Transparenz, mit den Anwohnern will er keinen Ärger, alles soll schnell gehen. Eine rote Infobox wird Ende Mai an der Berliner Straße aufgestellt, jeden Sonnabend wird ein Mitarbeiter Fragen beantworten.-----------------------Kriegers Pläne für Pankow stehen im Internet unter www.pankower-tor.de------------------------------Karte: Berlin, Pankow: Projekt Pankowr Tor.