Desirée Nick muss sich zurückhalten. Richterin Stephanie Gollan hat die Entertainerin bereits mehrmals ermahnt. "Über dieses Verfahren muss man sich doch aufregen", sagt die 43 Jahre alte Nick, die zum Gerichtstermin mit Häubchen samt Schleier und einem weiten Ausschnitt erschienen ist. Aufgekratzt setzt sie sich auf den Stuhl vor dem Richterpult im Saal 143 des Landgerichts im Tegeler Weg. Jetzt sprechen die Anwälte. Christian-Oliver Moser für Nick und Markus Hennig für ihre Intimfeindin Anouschka Renzi, die nicht erschienen ist."Zickenkrieg" heißt auf dem Boulevard, was an Streit seit einiger Zeit zwischen den Damen tobt. Die 39-jährige Renzi hat eine einstweilige Verfügung gegen Nick erwirkt, weil diese in ihrer Bühnenshow unter anderem gesagt hatte, Renzi habe eine "Katzenklappe im Analbereich". Was auch immer das bedeuten soll, in den meisten von Nicks Witzen über Renzi geht es um einen unterstellten Schönheitswahn. Für das Erscheinungsbild, das Renzi im Playboy zeigte, sollen nicht nur Gene und Sport verantwortlich zeichnen, sondern auch der eine oder andere Chirurg. Genau das sei nicht wahr, behauptet Renzi und will, dass Nick ihre Witze unterlässt.Was Desirée Nick, die gegen die Verfügung Widerspruch einlegte, von diesem Vorhaben hält, hat sie bereits vor dem Prozessbeginn am Dienstag gesagt: "Es ist doch nicht schlecht, für die Kunstfreiheit vor Gericht zu stehen." Renzi müsse einsehen, dass sie "Surrealismus" mache. Es sei eine "unbotmäßige Frechheit", dass Renzi alle zu einer Party einlade und selber nicht komme. Dabei habe sie sich extra einer Intimenthaarung unterzogen "für den Fall einer totalen Versöhnung".Von Versöhnung spricht auch irgendwann die Richterin, nachdem sich die beiden Anwälte lange darüber gestritten haben, ob die einstweilige Verfügung richtig zugestellt wurde. Ob man sich nicht darauf einigen könnte, fragt Richterin Gollan, dass Nick die Renzi-Witze unterlässt und Renzi ihren Antrag zurückzieht? Sonst käme es zu einer Verhandlung, bei der Nick nachweisen müsste, dass Renzi mehr als die von ihr bestätigten Eingriffe hat vornehmen lassen: eine unfallbedingte Nasenkorrektur und den minimalen Eingriff des "Lippenaufspritzens".Die Anwälte verschwinden zur Verhandlung. Nach 20 Minuten bekunden beide, es gebe die Möglichkeit einer Einigung. Markus Hennig muss sich nur noch mal mit Renzi besprechen, die Verhandlung wird auf Dienstag verschoben. Vor der Tür plappert Nick allerdings in die TV-Kameras, Renzi sei unterlegen. Woraufhin beide Anwälte zusammenzucken. Nick solle klarstellen, dass nichts entschieden sei, fährt Hennig seinen Kollegen an, der sich zu seiner Mandantin durchkämpft. "Die soll die Klappe halten", zischt Hennig, während Moser Desirée Nick erklärt, dass sie sich jetzt wirklich mal zurückhalten soll.Foto: Verleumdet fühlt sich Anouschka Renzi.Foto: Surrealismus vor Gericht: Entertainerin Desirée Nick erklärte am Dienstag vor dem Landgericht, warum sie Witze über Anouschka Renzi macht.