BERLIN. Eine der wichtigsten Positionen in der deutschen Dopingbekämpfung ist neu besetzt. Detlef Thieme, 49, geboren in Halle/Saale, ist Chef des Dopingkontrolllabors in Kreischa bei Dresden. Es ist eines von weltweit 35 akkreditierten Labors. Unter sechs Bewerbern war eigentlich der im Kölner Labor tätige Mario Thevis favorisiert, der seine Bewerbung aber wieder zurückzog. So entschied sich die Auswahlkommission - besetzt mit Vertretern des Bundesinnenministeriums (BMI), der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) und des Trägervereins - für Thieme, der sein Amt am Mittwoch antritt.Einsatz in AthenThieme hat in Merseburg Chemie studiert, war Gerichtsmediziner in Halle/Saale und Frankfurt (Oder). 1992 holte ihn der damalige Laborleiter Klaus Müller nach Kreischa, wo er bis 2004 arbeitete und auch im Olympialabor bei den Spielen 2004 in Athen eingesetzt war. Er ist weltweit gut vernetzt."Man kennt die Kollegen in den anderen Labors. Dopinganalytik lässt sich nicht national definieren", sagt Thieme, "die Anforderungen sind in den letzten Jahren qualitativ und quantitativ enorm gestiegen, das lässt sich alles nur in internationaler Kooperation meistern." So will er die interdisziplinäre Kooperation mit Biomechanikern, DNA-Experten und Hämatologen vorantreiben.Lob des FörderersThieme ist Fachmann in Massenspektrometrie und Haaranalytik. Zuletzt arbeitete er als forensischer Toxikologe in München. "Er ist ein ganz ausgezeichneter Analytiker mit großem theoretischem Rüstzeug. Er ist in der Lage, dies auch weiterzu- geben", sagt sein Förderer Müller. Thieme wird eine Vollzeitstelle erhalten. Sein Labor soll den Status eines An-Instituts für Dopinganalytik und Biochemie der TU Dresden erhalten. Die Zusammenarbeit eröffnet neue Kapazitäten, ähnlich dem Kölner Modell."Wir sind in der Dopinganalytik besser aufgestellt als zuvor", sagt der Nada-Vorstandschef Armin Baumert. "Das Entscheidende ist nun, dass beide Labors, Kreischa und Köln, eine positiv-aggressive Analytik und Forschung betreiben."