Deutsche Biathlon-Mädchen mit Schießfehlern Zweite hinter Rußland: Silber trotz sechs Strafrunden

Simone Greiner-Petter-Memm ware nach ihrem Lauf in der olympischen Biathlon-Staffel am liebsten im Boden versunken. Die 26jährige vom WSV Oberhof hatte in einem der wichtigsten Wettbewerbe ihres Lebens eine katastrophale Schießleistung geboten.Von ihren insgesamt 16 Versuchen auf die zehn Scheiben traf sie nur viermal, mußte sechs Strafrunden laufen, und die in greifbare Nähe gerückte Goldmedaille für das deutsche Team war vergeben. Dennoch reichte es durch die vorzüglichen Leistungen von Uschi Disl, Antje Harvey und Petra Schaaf hinter den überlegenen Russinnen zu Silber. Bronze ging an Frankreich, das vor zwei Jahren in Albertville gewonnen hatte. Simone Greiner-Petter-Memm mußte sich nach dein Rennen aber keine Vorwürfe ihrer Teamkolleginnen anhören. "Jeder von uns kennt das Gefühl, denn wir haben alle schon einmal eine Staffel vergeigt. Daß es Simone bei Olympia passierte, ist für sie natürlich bitter. Aber wir haben eine Medaille, das ist das wichtigste. Deshalb müssen wir uns nicht fertigmachen. Und Silber mit sechs Strafrunden ist normalerweise ein Unding", war der erste Kommentar der 92er Olympiasiegerin Antje Harvey, die zusammen mit Mannschaftsleiter Martin Löchle als erste der Blondine mit dem langen Namen Trost spendete.Zunächst hatte es in der letzten olympischen Biathlon-Entscheidung der Frauen für das deutsche Team sehr gut ausgesehen. Startläuferin Uschi Disl und Antje Harvey als Zweite schossen so gut wie noch nie in dieser Saison, waren auch lauferisch voll da und hatten bei Halbzeit der Staffel einen deutlichen Vorsprung gegenüber Rußland (1:11,2) und Frankreich (2:12,5) herausgeholt. Uschi Disl wehrte jedoch vorzeitige Glückwünsche ab, sagte aus der Erfahrung der Vergangenheit: "Noch kann viel passieren."Und so kam es dann auch. Zum Glück präsentierte sich Schlußläuferin Petra Schaaf dann wieder in Bestform. Die Weitmeisterin setzte sich im Duell gegen die Französin Anne Briand, Olympia-Zweite über 15 Kilometer, durch und sicherte Silber.Der russische Sieg geriet nicht mehr in Gefahr, weil Anfissa Reszowa als .Schlußläuferin besser schoß als 4 gewohnt.Petra Schaaf renkte die Welt für die deutsche Staffel wieder ein. Als Schlußläuferin schoß sie fehlerfrei und stürmte vor der Französin Anne Briand der Silbermedaille entgegen.