Haben Sie sich nicht auch schon einmal gefragt, wie wohl die Pflanze aussieht, an der die dickbauchige Avocado gedeiht? Wir kennen sie ja nur aus dem Gemüseladen oder Supermarkt, wo sie mehr oder (zumeist) weniger ordentlich aufgereiht ihrer weiteren Verwendung harrt. Kleine Büsche und mickrige Bäume scheiden aufgrund der Größe der Frucht schon einmal aus. Schließlich muss der Ast, der ein so kapitales Gewächs hervorbringt, schon einiges an Gewicht tragen können. Wenn Sie in Richtung Apfel- oder Apfelsinenbaum denken, liegen Sie schon einmal falsch. Auch der Birnbaum trifft es nicht, obschon unübersehbar Ähnlichkeiten zwischen beiden Früchten vorhanden sind - zumindest in der Form. Drängt sich jedoch im Zusammenhang mit einer Avocado das Wort Lorbeer in Ihren Kopf, dann haben Sie entweder ein Faible für botanische Themen, oder irgendwann einmal einen Artikel über die "Persea americana", so der lateinische Name der Avocado, gelesen. Denn ansonsten würde man wahrscheinlich nicht darauf kommen, dass der Baum, an dem die wegen ihrer runzligen Haut auch Alligatorbirne genannte Frucht gedeiht, zur Familie der Lorbeergewächse gehört. Bis zu fünfzehn Meter hoch kann der Avocadobaum wachsen, dessen Blätter tatsächlich aussehen wie ein großes Lorbeerblatt - oder auch wie die Blätter des bei uns weitverbreiteten Kirschlorbeers. Die Azteken in Südmexiko, die als erste die Vorzüge der Avocado entdeckten, mussten sich also ziemlich strecken, um an die delikaten Früchte zu gelangen.In gewisser Weise ist die Avocado ein unentschiedenes Früchtchen: Sie schmeckt wie ein Gemüse, gilt aber als Obst und wenn ihre Schale so richtig vergammelt aussieht, dann ist ihr Fruchtfleisch gerade gut. Das mussten wir Europäer erst einmal lernen. Ursprünglich kommt die Avocado aus dem tropischen und subtropischen Zentralamerika. Dort wird die Frucht schon seit etwa 10 000 Jahren genutzt. Die Spanier brachten sie in die Karibik, nach Chile und Madeira, und im Laufe des 19. Jahrhunderts fand sie Verbreitung bis nach Afrika und Madagaskar, Malaysia und den Philippinen; seit Anfang des vergangenen Jahrhunderts wird die Avocado rund ums Mittelmeer angebaut. Botanisch gesehen ist die Avocado eine Beere und nicht etwa eine Steinfrucht, wie der stattliche Kern (Samen) in ihrem Inneren vermuten lässt.Gerade der große Kern erleichtert die Handhabung in der Küche: Nimmt man ihn heraus, zeigt sich kleine Vertiefung, die man mit verschiedensten Inhalten, etwa Huhn oder Meeresfrüchten, füllen kann. Avocado wird fast immer kalt gegessen. Nimmt man sie für Soßen oder Suppen, ist darauf zu achten, dass diese auf keinen Fall gekocht, sondern nur schwach erhitzt werden, sie könnten sonst bitter im Geschmack werden. Verwendungsmöglichkeiten gibt es unzählige, vermischt mit Puderzucker, süßer Sahne, Weinbrand und Cayennepfeffer wird aus Avocado sogar Likör. Und wer dann immer noch Fruchtfleisch übrig hat, der kann es mit der Gabel zerdrücken und es sich anschließend ins Gesicht schmieren - denn neben allem guten Geschmack und jeglicher Vielfalt der Speisen, denen die kalorienreiche Avocado ihre ganz spezielle Note verleiht, ist ihr Öl auch noch gut für die Haut.------------------------------ZUBEREITUNGAussehen: Die Avocado ist oval bis birnenförmig und zirka 13 Zentimeter groß. Ihre Außenhaut ist dunkelgrün und warzig, das Fruchtfleisch cremefarbig, nahe der Schale grün und weich. In der Mitte befindet sich ein großer, ungenießbarer Kern, der Samen.Geschmack: Er erinnert an Nüsse. Gekocht sind sie nicht so gut, da sie dann bitter schmecken.Reife: Avocados sind das ganze Jahr über erhältlich. Sie reagieren sehr empfindlich auf Druck. Wer erkennen möchte, ob die Frucht reif ist, nimmt sie in die Hand und drückt mit dem Finger leicht darauf. Gibt die Haut nach, ist die Frucht reif. Häufig sind nur unreife Avocados erhältlich. Hier hilft ein Trick: Legen Sie die Avocado in ein Gefäß und bedecken sie die Frucht vollständig mit Mehl. Nun ist sie licht- und luftgeschützt und der natürliche Reifeprozess wird beschleunigt. Wird das Gefäß an einen warmen Ort gestellt, geht es noch schneller. Nach kurzer Zeit ist die Frucht nachgereift. Schütten Sie das Mehl auf einen Teller und waschen die Avocado ab. Man kann sie auch in Zeitungspapier einwickeln: Bei Zimmertemperatur reifen sie in ein bis drei Tagen nach.Lagerung: Reife Früchte lagert man im Gemüsefach des Kühlschranks bei mindestens 6° Celsius. Die Schnittflächen verfärben sich schnell schwarz. Mit etwas Zitronensaft lassen sich diese Verfärbungen verhindern.Nährwert: Avocados enthalten kaum Zucker und Fruchtsäure, sind jedoch mit bis zu 30 Prozent Fett sehr kalorienreich. Sie besitzen einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und liefern Kalium und Vitamin E, Vitamin B2 und Vitamin B6.Verwendung: Die Avocado ist vor allem Nahrungsmittel, aber auch Öllieferant - keine Frucht neben der Olive enthält mehr Öl. Das Öl der Avocado ist relativ teuer. Es kostet etwa zehnmal so viel wie Erdnussöl. In der Küche kann man das Fruchtfleisch einfach aufs Butterbrot schmieren und mit Salz bestreuen oder ganz als Butterersatz nutzen ("butter pear"). In Taiwan und auf den Philippinen werden die Avocados mit Milch und Zucker püriert und als Dessert getrunken (nicht zu viel Avocado nehmen, da das Getränk sonst zu gehaltvoll wird). In Südamerika macht man Eis aus Avocados, die Japaner nehmen sie für Sushis. In Indonesien entsteht aus Avocado, Milch, Kaffee und Rum ein Getränk. Sehr beliebt ist die Avocado-Creme-Suppe mit Limonensaft und scharfen Chilis und natürlich Guacamole, ein Avocado-Dip.------------------------------REZEPTESALAT AUS GEBRATENEN CHAMPIGNONS UND AVOCADOSZutaten (für 6 Port.): 1 kg kleine Champignons, 4 EL Öl zum Braten, 100 ml Zitronensaft (von ca. 3 Zitronen), Salz, Pfeffer, Zucker, 50 ml Öl, 5 Bund Schnittlauch, 1 Avocado,75g Feldsalat.Zubereitung: Champignons putzen, kurz waschen und in Viertel schneiden. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen, die Champignons in kleinen Portionen darin braun braten. Aus der Pfanne nehmen und in einem Durchschlag oder auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Zitronensaft mit Salz, Pfeffer und Zucker verrühren. Das Öl nach und nach zugießen. Den Schnittlauch in Röllchen schneiden und in die Salatsoße geben. Die warmen Champignons in die Soße geben und mindestens 1 Stunde durchziehen lassen. Kurz vor dem Servieren Avocado schälen, das Fruchtfleisch würfeln und unter die Champignons mischen. Feldsalat waschen und sehr gut abtropfen lassen. Eine Schüssel mit dem Feldsalat auslegen, und den Champignon-Avocado-Salat darauf anrichten.AVOCADO-GRAPEFRUIT-SALAT MIT SPINATZutaten (für 10 Port.): 2 Tassen Grapefruit-Spalten, 6 Avocados, 1 Bund Spinatblätter, 8 Radicchio-Blätter, 1,5 Tassen Vinaigrette.Zubereitung: Die in Spalten geschnittene Grapefruit und die in Scheiben geschnittenen Avocados leicht mischen, so dass sich die Avocados mit dem Grapefruitsaft überziehen und nicht verfärben. Die Spinat- und Radicchio-Blätter mit etwas Vinaigrette überziehen. Die Blätter auf einer gekühlten Platte anrichten. Nun die Grapefruit-Avocado-Mischung darüber geben, und dann noch ein wenig der Vinaigrette darüberträufeln.AVOCADO-BANANEN-SCHAUMZutaten: 100 ml Sahne, 2 große Avocados, 1 Banane, 1/2 Zitrone (Saft davon), 2 EL Zucker.Zubereitung: Sahne steif schlagen. Banane schälen und das Fruchtfleisch aus den Avocados lösen. Das Fruchtfleisch von Banane und Avocado mit einer Gabel zerdrücken. Zucker und Zitronensaft untermischen. Dann die Schlagsahne unterheben. In Portionsgläser füllen und kalt stellen. Dazu schmecken auch Kakao oder Schokoladensplitter.AVOCADOCREME MIT FRISCHEN KRÄUTERNZutaten (für 4 Pers.): 2 kleine Avocados, 300g Magerquark, 2 TL abgeriebene Zitronenschale, 3 EL Zitronensaft, 1 EL scharfer Senf, 2 EL Milch, 2 EL Zwiebelwürfel, 2 Handvoll Kräuter nach Wahl (z.B. Sauerampfer, Löwenzahn, Wiesenkerbel), etwas Petersilie, Meersalz, Vollkornbrot.Zubereitung: Die geschälten und in Stücke geschnittenen Avocados in eine Schüssel geben, Quark, Zitronenschale und -saft hinzufügen. Alles cremig rühren. Nun Zwiebelwürfel hinzugeben. Die verschiedenen Kräuter fein hacken und ebenfalls unter die Avocado-Creme rühren. Mit etwas Salz abschmecken und mit Vollkornbrot servieren. Tipp: Falls die Avocado-Creme bei der Zubereitung zu dick sein sollte, noch ein paar Esslöffel fettarme Milch darunterschlagen. Mit einer Auswahl an Räucherfisch (z.B. Lachs oder Forellenfilets) lässt sich die Avocadocreme auch als Abendmahlzeit genießen.------------------------------Foto: In der Küche lässt sich die Avocado leicht verwenden: Entweder man kratzt das Fruchtfleisch heraus, oder man füllt sie mit verschiedenen Zutaten.Foto: Praktische Hilfsmittel gibt es auch für Avocados. Mit diesem lassen sich feine Spalten zubereiten.