Wer ließ diese Irren ins Fernsehen?", fragte die "Bild"-Zeitung am Tag danach. Zuvor hatte Knorkator beim Ausscheidungswettbewerb des Grand Prix d Eurovision auf der Bühne geraucht, ihren Chaos-Rock gespielt und eine Orgel zertrümmert. "Ich weiß nicht, wer sie zum Wettbewerb ließ, aber ich weiß, wer sie als nächstes ins Fernsehen lässt", antwortete der Sieger des Abends, Stefan Raab. Er lud die Berliner Band, der noch kurz vor dem Auftritt ein Sendeverbot gedroht hatte, zu seiner Talkshow ein. Dort überreichte der Kult-Moderator und Gelegenheitssänger seinen Kollegen den "Goldenen Ehren Raab", als Auszeichnung für besondere Leistungen. Plateauschuh statt Bärenpelz"Wir waren während der Proben-Woche in Bremen wie verschweißt mit Stefan", sagt Stumpen, der Sänger von Knorkator. Man sei zu guten Freunden geworden, und glaube an Raabs Sieg. Denn schließlich sei der 33-Jährige charmant, liebenswürdig und fleißig. Eigenschaften, die Knorkator zu schätzen weiß. "Ihm haben wir schließlich die optimale mediale Auswertung des Grand Prix zu verdanken." Sagt Stumpen, der bekannt dafür ist, dass er Fans der Chaos-Rock-Kombo mit geschreddertem Gemüse beschießt und auch vor Wurfladungen aus braun gefärbtem Kartoffelbrei nicht zurückschreckt. Hätte Knorkator mit seinem Lied "Ick wer zun Schwein" zum Grand Prix fahren dürfen, die Abendgarderobe des Stockholmer Schlager-Publikums hätte ernsthaften Schaden nehmen können. Aber nicht die drei mit den Eisbären-Outfits, sondern Stefan Raab mit seinen Plateausohlen machte am 18. Februar das Rennen. Knorkator wurde Vierter. Deshalb sitzen Stumpen und Alf Ator, der Texter der Band, an diesem Wochenende im Studio in Friedrichshagen, bei Tee und Trockenfrüchten. Und nicht bei Schampus in Stockholmer Künstlergarderoben. Die Daumen drücken sie trotzdem. "Denn wir haben viel gewonnen durch den Auftritt", sagt Alf. Schließlich sei der Markt eng, dass Business hart und reich geworden seien sie bis jetzt auch noch nicht. "Da ist ein bisschen Publicity nicht zu verachten." Stumpen schüttelt ein Fläschchen. Es duftet angenehm, vor kurzem hat er den Raumduft neu aufgefüllt. "Sonst mieft die Studioluft so abgestanden", sagt er, zu dessen Bühnenshow Songs über Fäkalien, Sex und Achselschweiß genauso gehören wie "destruktive Elemente", wie Stumpen gewählt formuliert. Denn wohlerzogen, das sind sie, die drei Berliner "in Richtung 40", vor allem, wenn es darum geht, Nachschub an gebrauchten Orgeln zu besorgen. "Wir schwatzen den Besitzern ihre Orgeln ab", sagt Stumpen. "Zum Glück ahnen die nicht, welches Schicksal ihrem guten Stück blüht." Sie werden bei Auftritten von Knorkator rituell zerstört. Weshalb die Band aus einem Imker (Stumpen), einem Steinmetz (Alf Ator) und einem Tischler (Buzz Dee) schon oft mit Gewalt-Rockern verwechselt wurde. Ein Irrtum, den Stumpen ausräumen möchte. "Der kalkulierte Skandal ist nur das Vehikel für unsere Botschaft", sagt der Vegetarier. Wo die Gewalt anfängt, hört die Intelligenz auf, lautet die Botschaft.Die Fans, glaubt er, verstünden das, sie hätten einfach Spaß daran, auf den Konzerten "schlechte Worte schreien zu können". Das werden sie auch am Sonnabend wieder tun, wenn Knorkator auf der Grand-Prix- Party im Columbia-Fritz einen kurzen Gastauftritt hat. Die Show wird live von der ARD übertragen, demselben Sender, der beim Vorentscheid noch über ein Auftrittsverbot nachdachte. Für Knorkator ein Beweis dafür, wie richtig ihre Marketingstrategie ist. "Wenn er sich gut verkauft, kriegt eben auch der Skandal seinen Sendeplatz", sagt Stumpen.PARTY Grand Prix de la Chanson // Der 45. Grand Prix Eurovision de la Chanson findet am Sonnabend in der Stockholmer Globen Arena statt. Im Wettbewerb sind 24 Länder mit Liedern vertreten.Der deutsche Beitrag "Wadde hadde dudde da" stammt von dem Moderator und Gelegenheitssänger Stefan Raab. Mit 57,4 Prozent der Stimmen gewann er die Vorausscheidung am 18. Februar in Bremen.Als größte Favoritin gilt nach den letzten Umfragen die 18-jährige Sängerin Ines aus Estland mit ihrem Lied "Once in a Lifetime". Stefan Raab soll danach im vorderen Mittelfeld liegen.Die größte Party zum Grand Prix in Berlin findet am Sonnabend ab 19. 30 Uhr im Columbia Fritz, Columbiadamm 9-11, statt. Die Berliner Band Knorkator hat dort gegen 21 und um 24 Uhr einen Gastauftritt. 2 000 Besucher werden erwartet, Eintritt: 10 Mark.Eine Live-Übertragung des Eurovisionsabends in voller Länge erwartet die Stefan-Raab-Fans ab 20 Uhr im Tränenpalast, Reichstagsufer 17. Anschließend gibt es eine Schlager-Party.Raab in Überlebensgröße bietet das Stadtteilcafé Kalle in der Jeverstraße 7. Dort wird der Grand Prix ab 20 Uhr per Video-Beamer auf eine Großleinwand projiziert.Auch im BKA Luftschloss auf dem Schlossplatz in Mitte wird der Lieder-Wettbewerb ab 20 Uhr live übertragen. Ab 23 Uhr startet eine Schlager-Party mit dem Disk-Jockey Bürger P und der Empfangsdame Gloria Viagra. Eintritt: 20 Mark.Der 45. Grand Prix Eurovision de la Chanson findet am Sonnabend in der Stockholmer Globen Arena statt. Im Wettbewerb sind 24 Länder mit Liedern vertreten.Der deutsche Beitrag "Wadde hadde dudde da" stammt von dem Moderator und Gelegenheitssänger Stefan Raab. Mit 57,4 Prozent der Stimmen gewann er die Vorausscheidung am 18. Februar in Bremen.Als größte Favoritin gilt nach den letzten Umfragen die 18-jährige Sängerin Ines aus Estland mit ihrem Lied "Once in a Lifetime". Stefan Raab soll danach im vorderen Mittelfeld liegen.Die größte Party zum Grand Prix in Berlin findet am Sonnabend ab 19. 30 Uhr im Columbia Fritz, Columbiadamm 9-11, statt. Die Berliner Band Knorkator hat dort gegen 21 und um 24 Uhr einen Gastauftritt. 2 000 Besucher werden erwartet, Eintritt: 10 Mark.Eine Live-Übertragung des Eurovisionsabends in voller Länge erwartet die Stefan-Raab-Fans ab 20 Uhr im Tränenpalast, Reichstagsufer 17. Anschließend gibt es eine Schlager-Party.Raab in Überlebensgröße bietet das Stadtteilcafé Kalle in der Jeverstraße 7. Dort wird der Grand Prix ab 20 Uhr per Video-Beamer auf eine Großleinwand projiziert.Auch im BKA Luftschloss auf dem Schlossplatz in Mitte wird der Lieder-Wettbewerb ab 20 Uhr live übertragen. Ab 23 Uhr startet eine Schlager-Party mit dem Disk-Jockey Bürger P und der Empfangsdame Gloria Viagra. Eintritt: 20 Mark.