Wie andere historische Persönlichkeiten verdankt auch die Familie von Bredow Ihre Bekanntheit In großem Maße einem Schriftsteller. Willibald Alexis setzte diesem Geschlecht In dem Roman "Die Hosen des Herrn von Bredow" ein literarisches Denkmal. Dem Herrn Götz von Bredow werden frischgewaschene Lederhosen gestohlen, bei deren Rückgewinnung er In den unbegründeten Verdacht des Raubrittertums und dadurch beinahe In die schwere Ungnade des Kurfürsten gerät.Die Bredows führen Ihren Namen auf das südöstlich von Nauen liegende Dorf Bredow zurück, dem man es heute jedoch nicht mehr ansieht, daß hier einst der Stammsitz eines der ältesten und bedeutendsten märkischen Adelsgeschlechter lag. Der Ort brannte 1859 fast völlig ab, das verschonte Gutsschloß wurde 1945 zerstört und die Familienbegräbnisstifte eingeebnet.Als erster Vertreter der Familie tritt uns in einer Urkunde vom Jahr 1251 ein Ritter Arnoldus de Bredow entgegen. Das Geschlecht führte einen roten Steighaken in seinem Wappen, der gleichsam als Sinnbild für seinen Aufstieg in die erste Reihe des brandenburgischen Adels steht. Grundlage dafür war ein seit dem 14. Jahrhundert zu verzeichnender überdurchschnittlicher Landerwerb, durch den die Bredows bis 1945 die größten Grundbesitzer des Havellandes wurden. Schwerpunkte Ihrer Herrschaft waren neben Bredow die Städte Friesack und Kremmen, die seit dem 14. Jahrhundert die Stammsitze der sich herausbildenden drei Familienzweige bildeten. Neben diesen Orten befanden sich z. B. auch Rheinsberg oder die jetzt zu Berlin gehörenden Dörfer Buch und Buchholz zeltweise ganz oder zum Teil Im Besitz dieses Geschlechts.Der Aufstieg der Bredows fand seinen Ausdruck In der Bekleidung herausgehobener Ämter und Würden sowie einer besonderen Nähe zu den brandenburgischen Landesherren. So wurde Lippold von Bredow 1386 vom brandenburgischen Kurfürsten und späteren Kaiser Sigismund zum Hauptmann der Mittelmarkt eingesetzt, der in einer durch Fehden und Raubrittertum geprägten Zelt mit wechselndem Erfolg versuchte, die Interessen des Landesherren gegen den aufsässigen märkischen Adel zu verteidigen. Als Sigismund 1411 die Regierung der Mark dem Hohenzoller und späteren Kurfürsten Friedrich 1. übertrug, gehörten die Bredows zu den ersten, die dem neuen Landesherren die Huldigung erwiesen, während die Quitzows und Ihre Anhänger erst mit bewaffneter Gewalt unterworfen werden konnten. Die nach dem Kurfürsten höchste Sprossenleiter der märkischen Adelshierarchie erklommen mit Ihrer Wahl zum Bischof von Brandenburg Henning (1406-1414) und Joachim (1485-1507) von Bredow.Wie die anderen brandenburgischen Adelsgeschlechter verdienten sich die Bredows auch In der Polgezeit Ihre Meriten Im Dienste der Kurfürsten bzw. der preußischen Könige. Erwähnt sei Matthias Christoph von Bredow (geboren 1734), der als Landrat des havelländischen Kreises führend an der Entwässerung des Luchs beteiligt war. Unter den preußischen Generälen befanden sich ein Asmus Ehrenreich von Bredow (geboren 1756), ein enger Vertrauter Friedrichs des Großen und Mitglied der Berliner Akademie, und ein Adalbert von Bredow (geboren 1890), der im Krieg 1870/71 mit seinen Truppen den berühmten Todesritt von Mars-Ia-TOur durchführte und damit den Angriff des Gegners zum Stehen brachte.Bei den Spuren, die von den Vertretern dieses Geschlechts In der Mark Brandenburg verblieben sind, sei besonders auf einige Epitaphe In der St. Laurentius Kirche zu Rheinsberg sowie Im altehrwürdigen Brandenburger Dom verwiesen. In letzterem befindet sich neben dem Grabmal des Bischofs Joachim von Bredow auch das abgebildete Epitaph des Propstes Hans Heinrich von Bredow.Besuchertop: Brandenburger Dom, täglich (außer sonntags> 10-16 Uhr, sonntags 11-16 Uhr; Führungen sollten angemeldet werden. Im Dommuseum Führungen außer Montag und Freitag täglich um 10.30 Uhr und 14.30 Uhr, sonntags nur um 14.30. Die Rheinsberger St. Laurentius Kirche öffnet für Besucher In den Wintermonaten nur bei Anmeldung Tel.: 033931/2035.Grabmale von Wolf und Pauline von Bredow auf dem Schloßparkfriedhof In Senzke Im Havelländischen Luch. Foto: Ullsteln