Seit kurzem ist sie Kummerkastentante beim amerikanischen Klatsch-Magazin "Globe" und gibt handfeste "Ratschläge für die neunziger Jahre". Einer brünetten Leserin, die immer schon eine Blondine sein wollte, rät sie: "Probieren Sie so lange Perücken auf, bis Sie die richtige Farbe gefunden haben." Betrogenen Ehefrauen empfiehlt sie in ihrem Scheidungsratgeber: "Heuern Sie die besten Anwälte an. Und sehen Sie immer fabelhaft aus, das ist die beste Rache!"Ivana, Ex-Gattin des amerikanischen Immobilientycoons und dreifachen Milliardärs Donald Trump, weiß, wovon sie spricht. Die 46jährige Blondine führte vor fünf Jahren selbst einen spektakulären Scheidungskrieg - und bekam am Ende 25 Millionen Dollar Abfindung. Seit der Trennung hat sie ein florierendes Beauty-Unternehmen aufgebaut und drei Bestseller geschrieben. "Dünner, blonder, klüger", nannte die "New York Times" die neue Ivana kürzlich. Sie sei Heldin und Schutzheilige aller betrogenen Amerikanerinnen und Ikone der Hoffnung für die "forty-somethings", die Frauen jenseits der Vierzig. Traumhafter Aufstieg Dabei war die gebürtige Tschechin vor ihrer Scheidung lediglich als Ehefrau eines der erfolgreichsten Männer der USA bekannt - als eine Frau, die den traumhaften Aufstieg in die Welt der Superreichen geschafft hatte: Ivana Zelnikova, Tochter eines Architekten, gehörte bei den Olympischen Winterspielen 1972 zur tschechischen Ski-Nationalmannschaft. Durch eine Schein-Ehe mit dem österreichischen Skifahrer Alfred Winklmayr bekam sie den richtigen Paß, um nach Kanada zu emigrieren. Dort wurde sie Fotomodell und lernte 1976 den 29jährigen Donald Trump kennen. Der ebenso gutaussehende wie geltungssüchtige Bauunternehmer heiratete sie nach wenigen Monaten.Trump, Autor des Buches "Die Kunst des Geschäftemachens", ist berühmt für seine Manie, Wolkenkratzer zu bauen und Häusern seinen Namen zu geben. Er entdeckte bald, daß Ivana einen ausgeprägten Sinn fürs "business" besaß und übergab ihr nicht nur die Leitung des Spielkasinos "Trump's Castle" in Atlantic City, sondern machte sie zur Vizechefin des Trump-Imperiums."Donald nennt mich seinen weiblichen Zwilling", vertraute Ivana den Reportern an. Das clevere Traumpaar besaß eine 118-Zimmer-Villa in Palm Beach, eine Wohnung mit Wasserfall im New Yorker Trump-Tower und setzte drei Kinder in die Welt.Dann kam der große Schock: "The Donald", wie Ivana ihren eitlen Gatten in der Öffentlichkeit nannte, turtelte nach dreizehn Ehejahren plötzlich mit dem weitaus jüngeren Starlet Marla Maples. Die Boulevardblätter druckten viele bunte Fotos von Donald und seiner Geliebten. Die dreifache Mutter Ivana fühlte sich gedemütigt und reichte die Scheidung ein. Über die hintergangene Milliardärsfrau ergoß sich eine ungeahnte Woge weiblicher Solidarität: Nonnen beteten für sie, Teenager und Omas zündeten Kerzen an, Dutzende Anhängerinnen standen im strömenden Regen vor ihrer Wohnung, Hunderttausende schrieben ihr Briefe. Immer geschäftstüchtig Mit Hilfe von drei Sekretärinnen beantwortete Ivana jeden einzelnen davon. Ihre Geschäftstüchtigkeit verließ sie selbst in dieser Situation nicht: Sie speicherte Namen und Adressen der Briefeschreiberinnen im Computer und sagte: "Das sind meine Fans. Vielleicht werde ich irgendwann ins Versandkatalog-Geschäft einsteigen, dann brauche ich keine Adressenlisten mehr zu kaufen." Statt dessen stieg Ivana ins Schönheitsgeschäft ein und machte ihrem Mann zumindest auf dem Gebiet der Namensgebung Konkurrenz. Mit der 25-Millionen-Dollar-Abfindung gründete sie "House of Ivana", ein Unternehmen für Schmuck, Mode und Kosmetik. Die Produkte wie das selbstkreierte Parfüm "Ivana" werden über Verkaufssendungen des amerikanischen Fernsehens an die Frau gebracht. Außerdem hat die Bestseller-Autorin im Frühjahr ihr neues Werk veröffentlicht: "Das Beste kommt erst noch - wie man mit einer Scheidung klarkommt und das Leben wieder genießt". Ehe nur mit Vertrag Sie selbst will jetzt sogar wieder heiraten - einen Mann aus der Baubranche. Seit 1994 ist Ivana mit dem 52jährigen italienischen Millionär Riccardo Mazzuchelli verlobt. Der Hochzeitstermin wird vom Bräutigam allerdings immer wieder verschoben. Grund: Ivana will einen Ehevorvertrag abschließen. Darin soll festgelegt werden, daß sie bei einer Scheidung die Hälfte seines Vermögens bekommt - er aber nicht einen Pfennig von ihrem. +++