Es war der erste Bürgerentscheid in Berlin - und er war ein Erfolg: Vier Jahre ist es her, dass sich die Lichtenberger für den Erhalt des Coppi-Gymnasiums in Karlshorst aussprachen. Nun steht die Schule am Römerweg erneut auf dem Prüfstand. Der Grund: Sie ist zu klein. 174 Siebtklässler bewarben sich für das neue Schuljahr, doch nur drei siebte Klassen werden eingerichtet. "81 Bewerbungen wurden abgelehnt", sagt Carsten Lange, Vater einer Zwölfjährigen, die nun in Köpenick aufs Gymnasium soll. Weil Lange das nicht akzeptieren will, hat er mit anderen Eltern die Initiative "Abi in Karlshorst" gegründet. Sie fordern eine "kurzfristige Lösung".Wie die aussehen könnte, präsentierte der Bezirk Lichtenberg den verdutzten Eltern und Lehrern auf einer Schulkonferenz: Das Karlshorster Gymnasium könne doch umziehen - an den Standort des früheren Forster-Gymnasiums in Friedrichsfelde. Seit Fusion der Schule stehen die Gebäude leer.Doch Lehrer und Eltern wollen den Standort in Karlshorst erhalten. "Der Umzug wäre der Tod für unser Schulprofil", sagt Schulleiterin Gisela Unruhe. Am liebsten wäre ihr, wenn die Schule stets vier neue Klassen einrichten könne. "Dafür aber bräuchten wir einen Anbau." Derzeit werden wechselnd vier und drei neue Klassen eingerichtet. Anlass für einen Erweiterungsbau sieht der Bezirk aber nicht. "Wir haben 480 neue Plätze an unseren fünf Gymnasien", sagt Stadtrat Andreas Prüfer (Linke). Dem gegenüber stünden 473 Anmeldungen. Es gebe also keinen Mangel an Plätzen, sondern nur eine übermäßige Nachfrage an der Coppi-Schule.Die Eltern haben sich inzwischen selbst auf die Suche nach Lösungen begeben: Sie schlagen vor, auf dem Nachbargrundstück für ein Jahr Container mit zwei Klassenräumen zu errichten und während dieser Zeit die Schule zu erweitern."Container wird es nicht geben", sagt Stadtrat Prüfer. Ob die Schule vergrößert wird, werde noch einmal geprüft. Zwei Millionen Euro würde der Anbau kosten. "Wenn ich das Geld hätte, würde ich es lieber in einen Grundschulstandort in Karlshorst investieren." Dort gebe es tatsächlich zu wenig Plätze. (cls.)