Psychotherapeuten können offenbar am besten auf gebildete Menschen eingehen, die sozial gut gestellt sind und deren Vorstellungen zur Krankheitsursache sowie zur Therapie sich mit denen des Arztes decken. Ebenso behandlungsbedürftige, jedoch sozial isolierte und schlechter gestellte Patienten werden dagegen häufiger an andere Institutionen weiterverwiesen und nicht intensiv psychotherapeutisch betreut. Dies ist eines der Ergebnisse einer Befragung, die Yvik Adler von den Externen Psychiatrischen Diensten Basel-Land unter den Patienten zweier psychiatrischer Ambulanzen und ihren jeweiligen Therapeuten vornahm. Ein weiteres Ergebnis der Befragung: Jüngeren Patienten, die über Streß klagten oder unter Suchtproblemen litten, wurde häufig keine intensive psychotherapeutische Behandlung angeboten.Die stärkste Motivation zeigten die Therapeuten bei der Behandlung derjenigen, deren Erkrankung ihrer Meinung nach auf psychologische Ursachen wie Ängste oder innere Haltlosigkeit zurückging. Auffallend war auch, daß die vorwiegend psychologische Deutung der Krankheitsursachen durch den Therapeuten bereits nach wenigen Sitzungen von den Patienten übernommen wurde. +++