Zentrum Kreuzberg hört sich doch viel besser an als Neues Kreuzberger Zentrum oder NKZ", sagt Peter Ackermann. Der Geschäftsführer der Eigentümergemeinschaft hat den Wohnsilos am Kottbusser Tor einen neuen Namen verpasst. Er will damit auch dokumentieren, dass der schmuddelige Betonklotz sein schlechtes Image abstreifen wird. Wo am einstigen NKZ über der Adalbertstraße Plakate mit politischen Losungen hingen, hat Ackermann jetzt große, grüne Leuchtbuchstaben mit dem neuen Namen anbringen lassen. Auch die Betontreppen, die zu den Büro- und Gewerberäumen im ersten Geschoss führten, wurden Ende 1999 abgerissen und durch eine neue Stahltreppe ersetzt. Am Freitag wurde sie freigegeben. Laut Ackermann haben die ersten Umbauten am "Zentrum Kreuzberg" rund 250 000 Mark gekostet. Noch in diesem Jahr soll hinter der Bibliothek des Bezirks ein neuer Spielplatz angelegt werden. Aus 17 Entwürfen wird am 6. März einer ausgewählt. Wie Ackermann sagt, soll mit dem Spielplatz auch eine Krippe eingerichtet werden. Eltern, die in den 70 Geschäften des Zentrums einkaufen gehen, können dort ihre Kinder für fünf Mark je Stunde betreuen lassen. Außerdem sollen die Gewerbeflächen umgestaltet werden, dunkle Ecken, in denen sich Junkies bislang verstecken können, verschwinden. Für Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) ist die neue Stahltreppe ein "Zeichen, dass hier etwas passiert". Als ehemaliger Bürgermeister von Kreuzberg wisse er, dass die rund 1 000 Bewohner des Kreuzberger Zentrums ihre Wohnungen toll finden, "doch der Weg von der U-Bahn zum Wohnblock grausam ist". Rings um den Kotti handeln noch immer etwa zwei Dutzend Dealer mit harten Drogen. "Wir werden die Dealer nicht vertreiben können", sagt Strieder. Aber der Bezirk müsse die Grünflächen besser pflegen und den Spielplatz morgens reinigen, weil in so einem Gebiet auch Spritzen und Bierdosen liegen blieben. Um das Areal am Kottbusser Tor zu verschönern, will der Bezirk neue Grünanlagen und Aufenthaltsflächen anlegen. Laut Bürgermeister Franz Schulz (Bündnis 90/Grüne) stehen in diesem Jahr dafür 600 000 Mark zur Verfügung. "Es reicht nicht, nur ein paar neue Bäume zu pflanzen", sagt Schulz. Die Gewerbetreibenden hoffen, dass nach der Umgestaltung mehr Kunden zum Kotti kommen. "Jetzt ist alles tot, zu wenig Laufkundschaft", sagt Mehmet Kalender, der ein Reisebüro betreibt. Kalender ist Chef einer Initiative, zu der sich die Händler 1999 zusammengeschlossen haben. "Wir wollen dazu beitragen, dass das Zentrum lebendiger wird und es mitgestalten." (ua.)"Die Menschen wohnen gern hier, doch der Weg von der U-Bahn zum Wohnhaus ist grausam. " Senator Peter Strieder