Verunreinigungen in der Metallstruktur spielen eine entscheidende Rolle bei der Oxidbildung. Das berichten Forscher der University of Maryland im Fachmagazin "Science". Mit einer speziellen Mikroskopie-Methode haben sie die Oxidierung eines Bleikristalls auf atomarer Ebene untersucht. Das bekannteste Beispiel der Metalloxidierung ist das Rosten von Eisen. Obwohl die Reaktion sehr häufig auftritt, wissen Forscher nur wenig darüber, was im Moment der Oxidation mit den Atomen passiert. Konrad Thürmer und Kollegen haben nun nachgewiesen, dass ultrareines Blei völlig unempfindlich gegen Korrosion ist, selbst wenn es bei 95 Grad Celsius großen Mengen Sauerstoffs ausgesetzt ist. Eine Oxidschicht bildet sich dagegen sofort, sobald nur wenige Fremdatome die Oberfläche verunreinigen. Den Forschern zufolge ist der Beginn der Oxidation der entscheidende Moment. Damit sie starten kann, muss der molekulare Sauerstoff in Atome zerlegt werden. Das geschieht durch die Verunreinigungen. Kleinste Spuren bewirken, dass ein Oxidkern auf der Bleioberfläche entsteht. Dieser wächst, dehnt sich aus, und eine Bleioxidschicht legt sich wie ein Film über das gesamte Metall. Konrad Thürmer hat weiter nachgewiesen, dass das Bleioxid die erneute Zerlegung (Dissoziation) des Sauerstoffs fördert und somit ein Katalysator für die weitere Oxidierung ist. Wichtig sind diese Erkenntnisse nicht nur für die Korrosion. In vielen Fällen, etwa bei der Herstellung von Halbleitern, ist die Abscheidung von Oxidfilmen ein erwünschter Prozess. (ina.)Science, Bd. 297, S. 2033