Es ist schon bemerkenswert, wenn ein Off-Theater sein 15jähriges Buhnenjubiläum feiern kann. Schließlich zeichnen sich die meisten dieser Ensembles mehr durch ihre Kurzlebigkeit alls durch die Qualität der Stücke aus. Die "Preddy Show Company" hat alles überstanden: schlechte Kritiken, wechselnde Schauspieler, Beinbrüche und vor allem anstrengende Tourprogranime.Am Sonnabend wollen die derzeit fünf Schauspieler und zwei Techniker mit einer großen Fete in der "Pumpe" Geburstag feiern. Das tun sie natürlich in Berlin: Denn obwohl die jährlich mehr als 150 Auftritte die Company Inzwischen durch ganz Europa führen, sind sie in Berlin immer noch zu Hause. Hier fing 1979 alles an."Wir haben immer gerne große Parties gemacht", erinnert sich Gerhard Winterle, der als einziges Gründungsmitglied noch dabei ist und im Laufe der Jahre Seele und Rückgrat der Gruppe wurde. Auf besagten Festen hat er sich mit ein paar Freunden "Fummel umgeworfen" und einfach losgetanzt. Irgendwann kamen diese Einlagen so gut an, daß die Tänzer ihre Berufe an den Nagel hängten. Ob Lehrer, Koch oder Dekorateur -- alle wollten nur noch eines: Tanzen und Show machen.Dabei ist es geblieben. Die "Preddy Show Company" ist noch immer die wohl erste Playback-Theatergruppe der Welt. Aus schauerlichen Schlagerschnulzen und Diskohits basteln sie ihre Stücke zusammen. Gesprochen wird wenig, getanzt dafür umso mehr. Kein Star ist so heilig, daß ihn die Truppe nicht persiflieren würde: von Adamo bis Tina Turner, von Nana Mouskouri bis Liza Minelli.Daß die Company sich damit eine treue Fangemeinde erspielt hat, liegt vor allem an der Art der Präsentation. Alle tanzen ausgezeichnet, die Choreographien sind witzig, die Kostüme schrill. Die "Preddy Show Company" sind die Schmuddelkinder der leichten Muse, die aus der letzten Schnulze das Banale so lange herauskitzeln, bis es grotesk wird -- ein frecher und unbeschwerter Spaß.Was auf der Bühne so leicht wirkt, ist Resultat harter Arbeit. 15 Jahre unsubventioniertes Wirken bedeutet immer noch, daß die Schauspieler alles selbst machen: Sie nähen die Kostüme, verkaufen die Programme, organisieren die Tourneen und spielen insgesamt 60 Rollen. Es gibt keine Autobahn in Deutschland, wo sie mit ihrem Bus noch nicht liegengebileben sind. Privatleben ist für jeden mehr oder weniger ein Fremdwort.Nikolas BusseDie Jubiläumsfeier findet am 19. März in der "Pumpe", Lützowstr. 42, statt, Einlaß ab 19 Uhr.