Die Pyramide wird europäischer Hauptsitz der britischen Comer Group: Von London nach Marzahn

MARZAHN. Noch in diesem Jahr soll an der Marzahner Pyramide Europas größte Lichtuhr wieder die Zeit anzeigen. Spätestens Ende Dezember, sagt Rainer Hanisch von der Geschäftsleitung der Comer Immobilienmanagement GmbH & Co KG. sollen an der Glasfassade des Bürohochhauses die blauen Lichtleisten wieder im Sekundentakt wachsen und sich die Fenster in der obersten Etage mit grünem Licht füllen - Anzeige für vergangene Minuten und Stunden. Außerdem wird auf dem Dach der 106 Meter hohen Pyramide ein Logo aus fünf Meter hohen Buchstaben angebracht: "Comer Group" soll dort weithin sichtbar zu lesen sein.Im vergangenen Jahr hatte das zur Comer Group International zählende Unternehmen Prunash Limited den Büro- und Gewerbekomplex an der Grenze der Bezirke Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg von der Fundus-Gruppe gekauft (wir berichteten). In der Pyramide will die Comer Group ihr neues Head-Office für Europa einrichten. Das 1984 von drei Iren gegründete Immobilienunternehmen war zunächst in Irland tätig, ehe es seinen Firmensitz nach London verlegte. Im Portfolio der Gruppe sind nach eigenen Angaben zurzeit mehrere Milliarden Euro. Im Vereinigten Königreich entwickelte das Unternehmen Projekte wie das Osterley Hospital, Princess Park Manor und North London Business Park (alle in London). In Deutschland hat die Comer Group seit dem vergangenen Jahr 70 Immobilien im Wert von rund 2,5 Milliarden Euro erworben. In Berlin außer der Pyramide auch zwei Grundstücke in Köpenick und Charlottenburg, auf denen hochwertige Appartements entstehen sollen. "Verhandlungen über weitere Zukäufe laufen", sagt Hanisch.Deutschland ist für ausländische Investoren wegen der günstigen Preise für Immobilien interessant. Laut Hanisch soll deshalb auch die Führungsspitze der Comer Group nach Berlin kommen. "Es ist ein interessanter Markt", sagt er. Bereits zum Jahreswechsel soll der Umzug beginnen. Insgesamt 350 Mitarbeiter sollen künftig auf 14 000 Quadratmeter Fläche untergebracht werden. Etwa 20 Prozent der Beschäftigten kommen aus Dublin beziehungsweise London. Zusätzlich werden deutsche Mitarbeiter eingestellt - vom Hausmeister bis zum Juristen.Business-Hotel mit 70 ZimmernAnders als Hedge Fonds oder Finanzinvestoren plane das Immobilienunternehmen ein langfristiges Engagement in Berlin, sagt Hanisch. So werden über dem gerade erst renovierten Pyramiden-Restaurant zwei Etagen zu einem Business-Hotel mit 70 Zimmern ausgebaut. Das Restaurant werde in Kürze einen kostenlosen Internetzugang als Service für Mieter und Gäste bieten, kündigt Hanisch an.Die 1995 eröffnete Pyramide mit 43 000 Quadratmeter Bürofläche litt stets unter großem Leerstand, zeitweise war sogar nur ein Drittel des Komplexes vermietet. Mit dem Auszug der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Howoge im September erreichte der Leerstand seinen Tiefpunkt. Jetzt sieht Hanisch die Trendwende kommen: "Der Einzug der Comer Group ist ein Signal", sagt er. Bereits jetzt gebe es verschiedene Anfragen von internationalen Firmen.------------------------------23 StockwerkeDer Büro- und Gewerbekomplex Pyramide an der Landsberger Allee/ Ecke Alte Rhinstraße besteht aus einem 23-geschossigen Hochhaus sowie Flachbauten. Eröffnet wurde die Pyramide am 17. Januar 1995. Bauherr war die Fundus-Gruppe (Hotel Adlon, Grand Hotel Heiligendamm).Beim Richtfest 1994 sprach Fundus-Chef Anno August Jagdfeld von einem Signal, "das unseren Glauben an die Entwicklung im Osten Berlins dokumentiert". Die Rechnung ging nicht auf. Seit Jahren gibt es in der Pyramide hohen Leerstand. Im September zog mit der Wohnungsunternehmen Howoge ein Hauptmieter aus.Fundus verkaufte die Pyramide Ende 2006. Der Kaufpreis wird nicht genannt. Er habe sich nach dem Leerstand gerichtet, sagt Rainer Hanisch von der Geschäftsleitung der Comer Immobilienmanagement GmbH & Co KG. Laut Hanisch sind deutsche Immobilien wegen günstiger Preise für ausländische Investoren interessant.------------------------------Foto: Die Marzahner Pyramide ist 106 Meter hoch.