MANILA. Die Regenzeit auf den Philippinen zeichnet sich dadurch aus, dass es von einem Moment auf den anderen einen Wolkenbruch geben kann. Eigentlich passiert das fast jeden Nachmittag. Und doch ist es überraschend, weil der Himmel noch kurz vor dem Unwetter so blau und strahlend ist. Alles, was in Deutschland herunterkommt, ist gegen diese Wassermassen eher Getröpfel zu nennen. In Manila regnet es zudem nicht nur von oben, sondern auch von unten. Die dicken Tropfen fallen so schwer auf den Boden, dass die Wucht des Aufpralls sie wieder nach oben schleudert.Schnell bemerkbar macht sich in solchen Momenten, dass die Kanalisation nicht funktioniert. Wegen des Mangels an öffentlichen Abfalleimern und der Sitte, den Müll, wo immer er anfällt, auch gleich zu entsorgen, sind die Gullys sämtlich verstopft. Das Wasser kann nicht abfließen. Die Straßen verwandeln sich so im Nu in reißende Flüsse. Autos und Jeepneys wirken wie Amphibienfahrzeuge, wenn sie sich langsam den Weg durch die Fluten bahnen.Die Stadt hat sich auf das Wetter eingerichtet und viele Wege überdacht. Doch die Dächer enden irgendwo, und dann ist es gut, wenn man seinen Regenschirm nicht zu Hause vergessen hat. Unweigerlich kommt der Tag, an dem eben das passiert ist. Dann schlägt die Stunde der Regenschirmverkäufer, die wie von Geisterhand erscheinen, wenn man sie braucht.Und es gibt noch andere, die Geschäfte mit dem Wetter und der Vergesslichkeit machen. Es sind kleine Jungs, die am Ende der überdachten Wege warten, einen Regenschirm in der Hand. Wer ohne eigenen Schutz ist, kommt mit ihrer Hilfe zum nächsten Taxistand oder zur Bushaltestelle. Am Ziel angekommen strahlen sie über ein paar Münzen und klappen den Schirm zu, um so schnell wie möglich wieder zurückzuflitzen und den nächsten Kunden zu erwarten. Klatschnass sind sie. Gut, dass der tropische Regen so warm ist.