Forscher der Universität Maastricht haben ein Eiweiß entdeckt, ohne das Tumore keine eigene Blutversorgung aufbauen können. Das als Galectin-1 (Gal-1) bezeichnete Eiweiß könnte sich als Angriffsziel für Krebsarzneien eignen, schreiben Arjan Griffioen und seine Kollegen im Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS).Die Forscher stießen auf Gal-1, als sie nach dem Bindungspartner für einen als Anginex bezeichneten Wirkstoff suchten. Dieser verhindert, dass Blutgefäße in wachsende Krebsherde aussprossen. Bisher war unbekannt, wie eine solche Blockade genau vonstatten geht. Die Experimente des niederländischen Teams ergaben nun, dass der Wirkstoff sich mit Gal-1 verbinden muss, um krebshemmend zu wirken.Das Eiweiß Gal-1 wird von Zellen der Blutgefäßwand erzeugt und ist offenbar für die Entstehung neuer Blutgefäße notwendig. Griffioen und sein Team konnten zeigen, dass etwa bei Zebrafischembryonen die Bildung der Blutgefäße gestört ist, wenn die Tiere auf Grund eines Gendefekts kein Gal-1 bilden können.Schon vor einigen Jahren war Gal-1 aus anderen Gründen als ein mögliches Ziel für Krebsmedikamente identifiziert worden. Zwei Studien hatten darauf hingedeutet, dass Gal-1 den Tumor vor Angriffen des Immunsystems schützt und darüber hinaus die Bildung von Metastasen erleichtert. Das Eiweiß sei offenbar an mehreren Phasen des Tumorwachstums und der Tumorausbreitung beteiligt, schreibt das Team um Griffioen. Ein möglicher Wirkstoff dagegen sei Anginex, das bislang aber noch nicht in klinischen Studien getestet wurde. (beh.)PNAS, Bd. 103, S. 15975