"Ein Märchen, ein modernes Märchen! Und wir mittendrin. - Das is a Wahnsinn!" Die Fürstin und der Fürst freuen sich wie die kleinen Kinder. Vorhin waren sie im Frühstücksfernsehen, nachher kommt ein Radioreporter und dann noch ein Fernsehteam, damit sich möglichst viele Menschen der nördlichen Halbkugel mit ihnen freuen können.Ihre Botschaft: "Als Fürstin lebt sich's besser" - Andrea Fürstin von Sayn-Wittgenstein kommt immer wieder zum Titel ihres vor vier Wochen erschienenen Buches zurück. Selbsterlebte Geschichten, die sie einfach aufschreiben mußte: "Ich konnte nicht anders!" Ihr Gatte, Karl Heinz Richard Fürst von Sayn-Wittgenstein, grantelt ein bißchen herum. Ihm paßt ja eigentlich nicht, daß sich "der Schmöker" seiner Frau besser verkauft als sein letztes Buch: "Obwohl ich der bessere Schriftsteller bin. Sie sieht aber einfach besser aus " - Während er an dieser Stelle von so ziemlich jeder Amateurfeministin einen Tritt gegen das Schienenbein kassiert hätte, reagiert die Fürstin bloß verbal und das auch noch äußerst milde: "Er ist ein Wilder "Adelige Namen tragen die beiden übrigens erst seit kurzem. Sie war Verkäuferin in einer Boutique, er ist Auktionator. Irgendwann - das klingt am märchenhaftesten an der ganzen Geschichte - soll ein echter Sayn-Wittgenstein an ihm einen Narren gefressen haben. Obwohl man gelegentlich vom Gegenteil hört, Karl Heinz (weitere Namensbestandteile: siehe oben!) will für die Adoptiv-Vater-Liebe des alten Herrn kein Geld angelegt haben: "Ich habe wirklich nur die Notargebühren bezahlt!" Talkshowroutiniert liefert er den knackigen Satz zum Thema: "Ich bin erfolgsverwöhnt, aber nicht geltungsgeil genug, um für so einen Titel zu bezahlen!"Obwohl sich so eine Zahlung schnell amortisiert hätte: "Früher lagen immer bloß Rechnungen im Briefkasten, heutzutage bekommen wir im Durchschnitt 40 Einladungen im Monat zu Partys, Richtfesten und so weiter. Immer wieder auch mit Geldangeboten als Entscheidungshilfe." Und dann waren da noch die 150-Mark-Schuhe: Seit Andrea (usw.) die in einem Münchner Laden gekauft hat, "schicken wir jedes Jahr ein riesiges Paket mit Champagner und Kaviar". - Klingt irgendwie nach durchsichtiger Reklame - will der fürstliche Karl Heinz etwa erst für den Titel werben, um dann gegen Bargeld den Adoptiv-Papa zu spielen? - Erst kommt ein klares "NEIN!" und dann das ehrliche: "Ab einer Million werde ich aber sicher schwach!"Noch ein Mensch, der sich kurz vor Ostern so richtig freuen konnte: Und für Gabriela Köpp aus dem Wedding mußte es noch nicht mal Kaviar sein. Als 50 000. Besucherin der Kammerspiele des Deutschen Theaters in dieser Spielzeit wurde sie jetzt von DT-Star Rolf Ludwig begrüßt, der dieser Tage sein 50jähriges Bühnenjubiläum gefeiert hat. Die Hausfrau bekam gratis zu ihren gerade gekauften Karten für den "Biberpelz" (mit Ludwig) einen hübschen Blumenstrauß und zwei Freikarten ihrer Wahl. Am Rande dieser kleinen Zeremonie verriet mir der liebenswerte Scherzkeks Rolf Ludwig, woran man merkt, daß es jetzt Frühling wird: "Ich singe bei jeder Gelegenheit Frühlingslieder."ZU GAST Telekom-Chef Ron Sommer, der Intendant der "Deutschen Welle" Dieter Weirich, (Grand Hotel Esplanade). Travestiestar "Mary" Georg Preusse (City-Hotel). Stadtgeflüster-Kontakt Telefon 23 27 53 96 Telefax 23 27 51 14 +++