Das Berliner E-Werk in der Wilhelmstraße mit seinen wiederbelebten Winkeln und Gewölben hat seit Donnerstag seine Portale für die einzigartige Techno-Messe "Chromapark" geöffnet.In den verschlungenen Ausstellungsräumen in Halle 2 treffen sich derzeit tagsüber die kunstinteressierten Besucher. Nachts dagegen brodeln die Partys in Halle 1. Der Geruch alten Eisens und Stahls vermischt sich mit schwülheißer Partyluft. Bildprojektionen und Lichterwelten springen von mattweißen Kachelwänden in den Tanztempel. Von hier gelangen die Besucher beim diesjährigen Chromapark sogar unterirdisch zu einem Großteil der Ausstellung.Dort, in der Tiefe, begegnen sich die Partygänger der oberen Tanzflächen in angenehm erschöpfter Pausenstimmung wieder. Sie reden oder ruhen sich bei "zarteren" Technoklängen und optisch entspannenden Diaprojektionen im "Relaxorama" aus.Nicht nur Berliner werden von Chromapark '95 angezogen. Die Party- und Kunstszene-Begeisterten kommen aus der ganzen Bundesrepublik, einige sogar aus dem Ausland. Bei der Eröffnungsparty am Donnerstag glich das ganze E-Werk schon nach kurzer Zeit einem Taubenschlag. Ein junger Heidelberger zeigte sich, wie die meisten, von der ausgelassenen Atmosphäre angetan: "Ich werde bis in die frühen Morgenstunden bleiben. Man kommt hier mit so vielen netten Leuten ins Gespräch. Das ist super." In der Tat ist die Stimmung auffallend kommunikationsfreudig.Die Veranstalter, Macher und Mitwirkenden Alexandra Dröner, Ralf Regnietz, die Schlangenfrau Rose Zone und Raver Rainald Goetz mischten sich schließlich auch unter die tanzende Menge. Am Freitag, sagten viele, sei bislang die beste Musik gelaufen. Auch Ostersonnabend strömten trotz naßkalten Wetters die Leute in Scharen zur "Dubmission" ins mitternächtliche E-Werk. Insgesamt ist der Publikumsandrang bei Chromapark sehr groß. Die Veranstalter freuen sich. Immerhin können sie eine derartige Bestätigung auch gebrauchen.Frank König Die Ausstellung im E-Werk in der Wilhelmstraße gegenüber der ehemaligen Treuhand im Bezirk Mitte läuft bis zum 23. 4., täglich von 12-20 Uhr. Partygänger kommen am 21., 22. und 23. April im E-Werk wieder auf ihre Kosten. +++