Berlin eine Stadt der Berge zu nennen, auf diese Idee würde wohl kaum jemand allen Ernstes kommen. Tatsächlich aber gibt es in Berlin rund 140 Hügelchen und Erhebungen. Nicht alle sind auf natürlichem Wege entstanden, einige verdanken ihre Existenz vielen fleißigen Händen, die nach dem Krieg die Trümmer aufschichteten. So richtig hoch ist kein einziger Berliner Berg, aber immerhin sechs erheben sich hundert Meter und mehr über den Meeresspiegel. In loser Folge stellen wir Berliner Berge vor; die berühmten aber auch die weniger bekannten. Heute: die Ahrensfelder Berge. ----Höhe: 112 Meter.Lage: Zwischen Landsberger Allee und Glambecker Ring in Marzahn.Verbindung: S 7 (S-Bahnhof Marzahn), Bus 197 oder Straßenbahn Linie 6, kurzer FußwegDie Ahrensfelder Berge sind eigentlich nur zwei Anhöhen. Sie entstanden aus dem früheren Roll-Berg und dem Schiefen Berg, zwei typischen eiszeitlichen Wallrücken mit abgelagerten Kiesen und Sanden. Diese wurden von 1981 bis 1991 als Bauschuttkippe genutzt und somit künstlich erhöht. Der westliche Hügel wuchs von 66,9 Meter auf 112 Meter. Bis Mitte der 90er-Jahre war das Betreten der Ahrensfelder Berge zunächst untersagt. Vermutet wurden Bodenkontaminationen durch den abgelagerten Müll. Zudem sollte sich die über dem Schutt abgelagerte Erde erst setzen. Seit einigen Jahren können die Berge, die inzwischen durch so genannte Pioniergehölze - Pappeln, Eschenahorn und verschiedene Sträucher und Bodendecker - dicht bewaldet sind, wieder ungehindert betreten werden. Der damalige Bezirk Marzahn veranstaltete zur Jahreswende 2000 dort sogar seine offizielle Feier: Der Holzbildhauer Wolfgang Stübner gestaltete eine Feuerskulptur - einen Phönix.Vom westlichen Hügel bietet sich dem Betrachter ein weiter Blick in alle vier Himmelsrichtungen. Bis tief hinein nach Brandenburg kann man schauen. Am Fuß der Ahrensfelder Berge erreicht der frühere Klärwerksableiter, die Neue Wuhle, das Wuhletal. Nachdem im vergangenen Jahr das Klärwerk Falkenberg durch die Berliner Wasserbetriebe geschlossen wurde, nimmt dieser nur noch Regenwasser aus den Straßen und umliegenden Wohngebieten ab. Der Wasserstand sank auf etwa ein Viertel der vorherigen Menge.Auch Bergsteiger können nahe den Anhöhen auf ihre Kosten kommen: Im nur wenige Meter entfernten Eichepark wurde 1998 durch die Wohnungsbaugesellschaft Marzahn ein 17,5 Meter hoher Kletterfelsen errichtet. Dieser wird vom AlpinClub Berlin e.V. betreut, bei dem auch Anfänger das sichere Bergsteigen erlernen können. (el.)