Bausenator Jürgen Klemann (CDU) hat seinen Spitznamen weg: "DiMiDo". Klemann kümmere sich nämlich nur dienstags, mittwochs und donnerstags um seine Amtsgeschäfte, heißt es. Die anderen Tage nutze er fürs Golfspielen, lästern selbst Parteifreunde. Der Bauausschuß des Abgeordnetenhauses tagt zwar mittwochs, trotzdem läßt sich Klemann dort kaum blicken. Zum Ärger der Abgeordneten. Die Ausschußvorsitzende Ursula Birghan (CDU) griff deshalb zur Feder und schrieb Klemann einen bösen Brief. Zumal die Parlamentarier noch keine Gelegenheit hatten, die neue Senatsbaudirektorin, die inzwischen seit mehr als drei Monaten im Amt ist, kennenzulernen. Der Rüffel saß. Am Mittwoch kamen Klemann und Frau Jakubeit gemeinsam zur Sitzung. Zum Dank gab es lang anhaltenden Applaus.H Viel Arbeit hatte der Senat in seiner Sitzung am Dienstag zu bewältigen, der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) war unnachgiebig und wollte alles erledigen. Auf die Uhrzeit achtete er dabei nicht, obwohl um 11 Uhr der Festakt zum 50. Jahrestag der ersten Stadtverordnetenversammlung im Preußischen Landtag beginnen sollte. Peinlich, peinlich, wenn dann die Regierungsbänke leer bleiben. Das dachte auch Senatssprecher Michael-Andreas Butz. "Live-Übertragung im Fernsehen", rief Butz in die Senatsrunde. Bei diesem Stichwort reagierte natürlich auch sein Regierungschef. Diepgen gab das Signal zum Aufbruch, nicht aber, ohne hinzuzufügen: "Danach machen wir im Abgeordnetenhaus weiter." So geschah es. Im Anschluß an den Festakt kam der Senat erneut zur Beratung über die Krankenhausplanung zusammen.H Ungewöhnliche Post vom Regierungschef, der ja auch Landesvorsitzender der CDU ist, erhielt der PDS-Abgeordnete Wolfgang Girnus. Im zweiseitigen Brief grüßt Diepgen (mit Foto) ganz herzlich und bittet Girnus um seine Meinung. Stichwort: "Umdenken in Deutschland". Auch eine Spende ist erwünscht, die Überweisungsformulare wurden vorsorglich mit Girnus' Adresse ausgefüllt. Die PDS amüsierte sich königlich. Girnus ist nämlich nicht irgendein Abgeordneter: Der Hochschul-Experte gehört dem Parlament seit 1991 an und sorgte für Wirbel, weil er trotz seiner Tätigkeit als Inoffizieller Mitarbeiter der Stasi sein Mandat behielt.H Ungewöhnlich war in dieser Woche auch die Liebeserklärung, die eine 32jährige Politik-Wissenschaftlerin im Parlament vorbrachte. Die Frau verfolgte die Fragestunde von der Tribüne aus und schrie plötzlich: "Kommt jetzt endlich mal der Innensenator zu Wort? Wozu bin ich denn sonst hier?" Saalordner führten die Politologin vor die Tür. Dort berichtete sie, sie habe sich in Innensenator Jörg Schönbohm (CDU) verliebt und wolle ihn am Nikolaus-Tag zu sich nach Hause einladen. Schönbohm lehnte dankend ab: "Dringende Termine." Der wahre Grund ist natürlich ein anderer: Schönbohm ist glücklich mit seiner Frau Eveline verheiratet. +++

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