Regelmäßig meldet sich in Hollywood das Bedürfnis, die eigenen Filme durch die Mangel einer großen Lächerlichkeit zu ziehen. Diverse Folgen der "Nackten Kanone" wendeten die Stereotypen des Agenten-Thrillers in den Klamauk, die "Scary Movies" taten dasselbe mit Horrorfilmen. Hollywood hat unangenehmere Seiten als diese selbstironische, aber es dreht leider kaum ätzendere Filme als diese. Quälend unkomisch sind sie, weil sie der unfreiwilligen Komik der Klischees im Original, die sich jedem nicht ganz Doofen auch so mitteilt, ein aufdringliches Bemerken hinterherschicken und naturgemäß noch gröber nachtreten."Meine Frau, die Spartaner und ich" macht da keine Ausnahme - wie auch, er wurde geschrieben und inszeniert von Jason Friedberg und Aaron Seltzer, die auch schon "Scary Movie" auf dem Gewissen haben. Die idiotische Handlung und das kryptofaschistische Pathos des Blockbusters "300" von Zack Snyder geben die Folie ab, auf der das ohnehin Lachhafte der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Ein Kind wird geboren, auf Schäden untersucht - das übernehmen hier Angelina Jolie und Brad Pitt beim Nachwuchs-Shopping - und dann brutalstmöglich erzogen. Statt eines Wolfs muss der junge Leonidas bei seiner letzten Prüfung im winterlichen Gebirge einen Pinguin aus "Happy Feet" erlegen. Die Gegend ist karg, das weggeworfene "Subway"-Sandwich, das Leonidas zwischen den Felsen findet, schmeckt jedoch ohne Mayonnaise so eklig, dass es nicht mal der Hunger hineintreibt.Dann kommt es zum Krieg gegen die Perser. Ganz hübsch ist dabei, dass sich die Handvoll Spartaner keiner wesentlich größeren Menge persischer Krieger gegenübersieht, dann jedoch miterlebt, wie mittels des alten Blue-Screen-Tricks diese paar Figuren zu einer riesigen Armee vervielfältigt werden. Man wusste zwar auch ohne das schon, dass in "300" bis zu den Bauchmuskeln nichts echt war, aber auf diese Art und Weise aufgeklärt wird die finster dräuende Vorlage vollends zum Kasperletheater. Dennoch: "Meine Frau die Spartaner und ich" ist ein Film, den man sich lustig saufen muss. Witzloser, Bully Herbig-mäßiger Schwulenhumor müffelt ebenso durch den Film wie humorlose Blondinenwitze; die Anspielerei auf Filme der letzten Jahre nervt, und lediglich die tumbe Freude am Erkennen des Zitats treibt ab und zu die Mundwinkel aufwärts.Und dennoch ist etwas anders an diesem Film als an anderen ähnlicher Zielsetzung. Ausgerechnet "300" zu verwursten, hat in einem kriegsmüden Land unverkennbar einen politischen Aspekt, nach dem man bei der "Nackten Kanone" vergeblich sucht. Am Ende wird auch George W. Bush in den berühmten Todesschacht getreten, nachdem ihm bereits die Jurys von "America's Idols" und "America's Next Topmodel" vorangestürzt sind. Als Kulturkritik wird man die Parodien von Paris Hilton und sonstigen Nullnummern des Showbiz nicht überbewerten wollen. Immerhin können in Hollywood Filme mit solcher Gesinnung gedreht werden. Gesinnung hat noch keinen Film besser gemacht, sondern höchstens Sympathiepunkte erworben. Diese seien hiermit gewährt, aber sonst nichts.Meine Frau, die Spartaner und ich (Meet The Spartans) USA 2008. Buch & Regie: Jason Friedberg & Aaron Seltzer, Kamera: Shawn Maurer, Darsteller: Sean Maguire, Carmen Electra, Ken Davitian u. a.; 84 Minuten, Farbe.------------------------------Foto: Verdanken wir auch diese Hühnerbrüste dem Computer?