Am liebsten würde die ARD gar nichts mehr sagen, weil doch alles noch nicht entschieden ist. Doch der Unmut ist groß im Haus und bahnt sich an den offiziellen Verlautbarern vorbei seinen Weg an die Öffentlichkeit. Es geht um den Plan der ARD, schon ab März/April die "Tagesthemen" montags bis donnerstags auf 22.15 Uhr vorzuzuziehen und freitags eine verkürzte Ausgabe um 21.45 Uhr zu senden. Das hätte Folgen für das Abendprogramm des Ersten und vor allem auch für das Programm des verbündeten ZDF, dem man nach der Kampfprogrammierung im vergangenen Jahr gerade wieder Frieden und Eintracht versprochen hatte.Besonders betroffen sind von der "Tagesthemen"-Neuprogrammierung die sechs Politmagazine der ARD "Panorama", "Monitor", "Kontraste", "Fakt", "Report München" und "Report Mainz", die vorher laufen und die man, um ein stimmiges Sendeschema hinzubekommen, entweder von jetzt 45 auf 30 Minuten verkürzen oder auf 60 Minuten verlängern müsste. Gestern meldeten sich die Redaktionsleiter der Magazine in einem gemeinsamen Brief bei ihren Chefs. Sie berichten von Unruhe in den Redaktionen und fordern, dass die wöchentliche Sendezeit der Magazine in der Summe erhalten bleiben müsse, damit das "Image der ARD als Informationssender Nummer 1 keinen Schaden nimmt". Im Gespräch sind zwei Modelle. Einer Idee zufolge würden vier Magazine donnerstags auf 60 Minuten verlängert, die restlichen zwei am Montag auf 30 Minuten verkürzt. Klar, dass zu den Montag-Verlieren keiner gehören will. Das zweite Modell plant mit 30-minütigen Magazinen montags, mittwochs und donnerstags, was für alle zwar verkürzte Sendezeit, aber eine höhere Sendefrequenz bringen würde.Die ARD-Chefs kämpfen nun an zwei Fronten: sie müssen die eigenen Leute zufrieden stellen und dürfen das ZDF nicht vor den Kopf stoßen. Am Montag und Dienstag tagen die Intendanten der ARD, um sich intern zu einigen. Am Dienstag trifft sich auch der ARD-Vorsitzende Gruber mit dem ZDF-Intendanten Schächter zum Gipfel. Die Vorverlegung der "Tagesthemen" von Montag bis Donnerstag scheint kein Streitpunkt zu sein, wohl aber der Freitagtermin 21.45 Uhr, weil hier die "Tagesthemen" vor dem "heute-journal" laufen würden, das freitags erst 22 Uhr beginnt. (rk.)