GESUNDBRUNNEN. Der Traum des Berliner Schulpfarrers Thomas Gärtner währte nur kurz, aber es war ein schöner Traum. In seinem Keller in einem Mietshaus an der Badstraße hatte sich eine zwei Meter breite Wasserpfütze gebildet und Gärtner glaubte fest daran, dass es sich um die vor hundert Jahren versiegte und heilsame Quelle handeln muss, der der Ortsteil seinen Namen verdankt. Sogar Keller-Führungen zum "Wunder von Gesundbrunnen" wurden organisiert. Die Berliner Wasserbetriebe wollen nun sicher kein Spielverderber sein, für die trübe Pfütze haben sie nach einer Wasseranalyse jetzt aber eine einfache Erklärung. "Die Heilquelle ist nur oberflächennahes und mit organischen Substanzen belastetes Grundwasser", sagte Sprecher Stephan Natz. Alles andere wäre tatsächlich ein Wunder gewesen.Das Wasser wurde in einem Labor analysiert. Dort hat der Chemiker Dietmar Petersohn herausgefunden, dass die ermittelten Konzentrationen etwa von Eisen, Ammonium, Nitrat und Zink denen der in der Nähe fließenden Panke entsprechen. Auf Grund der chemischen Zusammensetzung ist laut Natz davon auszugehen, dass es sich um Grundwasser handelt, das durch Oberflächenwasser verunreinigt wurde. Wie die Wohnungsbaugesellschaft Gesobau bestätigte, liege der Keller im Grundwasser.Friedrich I. soll die Wasserquelle "Gesundbrunnen" im Jahr 1701 auf einer Wiese entdeckt haben. 1760 wurde die eisenhaltige Heilquelle dann zu einer Heil- und Badeanstalt ausgebaut. (xach., ua.)