Dem besten Freund des Menschen soll es an nichts fehlen. Darum gibt es jedes Jahr die Heimtiermesse in Berlin. Mehrere tausend Besucher kamen am Wochenende in die Arena in Treptow. Viele hatten ihre Hunde mitgebracht, an der Leine, im Kinderwagen, auf dem Arm.Für Hunde wird auf der Messe alles Mögliche angeboten: Regenjacken und Lederhosen, robuste Kunstledersofas und Schmuck, zum Beispiel Halsbänder, auf denen "Killer" steht, "Müllschlucker" und "Schatzi". Aussteller bieten Kremierungen an, "Tierbestattung ist Herzenssache!" werben sie. Für 300 Euro können sich Hinterbliebene die Urne mit der Asche des verstorbenen Schäferhundes in ihre Wohnung stellen, der Preis orientiert sich am Gewicht des Hundes. Tierpsychologen sind da, sie suchen nach den Gründen, warum die Katze Möbel zerkratzt und der Hund ständig beißt und bellt. Wie gut, wenn man eine Tierkrankenversicherung hat, sagt der Mann von der Allianz.Hunde und ihre Besitzer verbringen viel Zeit miteinander, einige lernen jetzt Dogdance. Hundetanz ist die neue Sportart, in Berlin gab es bei der Heimtiermesse jetzt zum ersten Mal einen offiziellen Wettkampf. Die Besitzer studieren mit ihren Hunden zum Teil aufwendige Choreographien ein. Größe, Alter und Charakter des Tieres bestimmen Dauer und Geschwindigkeit der musikalischen Vorführung.Die Tiere springen über ausgebreitete Arme und auf die Rücken ihrer Besitzer, sie flitzen durch deren Beine, mal links mal rechts, drehen sich im Kreis, laufen auf Hinterbeinen und kreuzen die Pfoten. "Dogdance wird in Deutschland immer beliebter", sagt Mica Köppel. Seit 2004 bringt sie Hundehaltern Dogdance bei, ihre Seminare sind ausgebucht. Sie organisiert Wettkämpfe in Europa, auch das Berliner Turnier hat sie ausgerichtet. "Das Harmonische zwischen Mensch und Tier steht im Vordergrund. Es gibt keinen Zwang für die Hunde, sie sind meist hochmotiviert und voller Freude dabei."Maja kann sich bei ihrem Tanzauftritt in der Arena allerdings nicht richtig konzentrieren. Die vielen Menschen neben der Tanzfläche, die Gerüche und Geräusche der anderen Hunde lenken die zwei Jahre alte Hündin offenbar ab. "What A Feeling" läuft vom Band. Doch nach kurzer Zeit bricht Majas Eigentümerin Cora Czermak aus München die Vorstellung ab. Die 16 Jahre alte Schülerin lässt den Jack Russell Terrier aber noch mit einem Beißball auf der Tanzfläche toben, schließlich soll das Tier den Auftritt in guter Erinnerung behalten. Am Ende gewinnt Cora Czermak mit Maja sowie den beiden Havanesen Paula und Phoebe dennoch gleich drei Preise des Berliner Turniers.30 Teilnehmer sind beim Berliner Dogdance aufgetreten. Es sind meist Frauen, die mit ihren Hunden tanzen wollen. Männer bewegen sich ja schon ohne Hund nicht so gern zu Musik. Die meisten Teilnehmer treten außerhalb der Wertung auf, in der Fun-Klasse. Dabei darf das Tier während des Auftritts mit Futter und Spielzeug belohnt werden, in den offiziellen Klassen ist das nicht erlaubt. Eine Belohnung für Drehen, Hopsen und Springen nach Befehl bekommen die Hunde erst nach ihrem Auftritt. Es ist Leberwurst aus der Tube.------------------------------Foto: Aufforderung zum Tanz: Cora Czermak ist mit Maja (oben), Phoebe (r.) und Paula (l.) von München nach Berlin gereist.Foto: Sicherer im Wagen: Die Besitzer von Daisy, ein Chihuahua Malterer, fahren ihr Tier lieber über die Messe.Foto: Aufgeregt in der Menge: Manche Hunde sind inmitten der Besucher überfordert, da hilft nur noch bellen.