Die Nörgler waren sofort zur Stelle, wohl auch, weil das ewige Nörgeln ihr öffentliches Dasein als Kritiker legitimiert. So verurteilte der oberste Dopingjäger im Lande, Werner Franke, das Antidoping-Gesetz der Bundesregierung gleich mal als dumm und hinterhältig, weil es nur für Spitzenathleten, nicht aber für Amateure und Freizeitsportler gelte. Als gebe es keinen Unterschied zwischen einem Fitnessclub-Fanatiker, der mit zweifellos fragwürdigen Mitteln sein Selbstwertgefühl aufpeppen will, und einem falsch spielenden Hochleistungsathleten, der womöglich noch mit öffentlichen Geldern gefördert wird. Auch ein Datenschützer meldete sich sogleich zu Wort, nämlich Edgar Wagner, der Landesbeauftragte in Rheinland-Pfalz, der den aus diesem Gesetz resultierenden Eingriff in das Datenschutzgrundrecht als unverhältnismäßig geißelte. Als wäre in diesem Fall eine Verbrecherjagd mal ausnahmsweise auch ohne die Sammlung von Daten möglich.

Ja, es kann für den komplexen Sachverhalt Doping und Sport kein perfektes Gesetz geben, wie es quasi ja für alles nicht das „perfekte“ Gesetz geben kann. Immerhin wird der Vorstoß der Bundesregierung aber zwei nicht ganz unwichtige Konsequenzen nach sich ziehen. Als da wären: der Abschreckungseffekt und die Schaffung einer ordentlichen Grundlage zur Strafverfolgung. Ein Anfang ist gemacht − und gar kein schlechter.