SPD-Politiker und Verfassungsrechtler halten die von der Union geforderte Einschränkung, nur in Deutschland geborenen und hier aufgewachsenen Kindern ausländischer Eltern den Doppelpass zu gewähren, für nicht praktikabel. Eine entsprechende Formulierung stehe zwar im Koalitionsvertrag, räumte der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Michael Hartmann ein. Das zentrale Kriterium müsse aber sein, hier geboren zu sein. „Alle anderen Regelungen dürfen nicht zu einem bürokratischen Ungetüm oder zu Ungleichbehandlungen führen“, warnte Hartmann. Genau zu einem solchen Bürokratiemonster würde nach Ansicht des Osnabrücker Europarechtlers Thomas Groß aber die Bedingung führen, dass die Kinder von Migranten hier aufgewachsen sein müssen. Eine Unterscheidung zwischen Jugendlichen, die ihr ganzes Leben oder nur ein paar Jahre in Deutschland verbracht haben, sei in der Praxis nicht vorstellbar, sagte der Jurist, der Mitglied im Osnabrücker Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien ist. „Das ist auch angesichts des Gleichbehandlungsgrundsatzes schwierig.“

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