Groß Köris. Heute wird im Kinderdorf Rankenheim mit einem großen Fest das rekonstruierte Dorfgemeinschaftshaus übergeben. Fast 300 Gäste werden an der Veranstaltung und einer großen Kinderparty teilnehmen.Zahlreiche Handwerker waren gestern vormittag noch im Dorfgemeinschaftshaus zugange. Letzte Malerarbeiten wurden erledigt, die Fugen zwischen den Fliesen im Eingangsbereich gesäubert. Draußen war eine Firma damit beschäftigt, angelieferte Festzelte für die eventuelle Schlechtwettervariante aufzubauen. "Die haben falsche Stangen geliefert", knurrt ein Mitarbeiter. Auch Dorfleiter Heinz Gode war gestern noch ziemlich nervös und aufgeregt. "Hier wird noch gebaut, und morgen um 13 Uhr ist die offizielle Eröffnung", seufzt er.Doch etliche der 45 jugendlichen Dorfbewohner helfen, wo sie können und drücken die Daumen, daß zur Feier die Sonne scheinen möge. Am offiziellen Teil um 13 Uhr nehmen Vertreter des brandenburgischen Bildungsministeriums, Aufsichtsratsmitglieder der Stiftung Großes Waisenhaus Potsdam sowie Vertreter von Jugendämtern teil. "Ehemalige" erwartet Neben dem anschließenden Fest werden aber auch Sponsoren, Kinder aus der Umgebung zu einer großen Kinderparty erwartet. Auch "Ehemalige" kommen bei solchen Anlässen immer vorbei, freut sich Gode.1,2 Millionen Mark haben Rekonstruktion und Modernisierung des schon alten Gemäuers vom Dorfgemeinschaftshaus gekostet. Das Dach wurde neu eingedeckt, Wände herausgerissen oder versetzt - und jetzt ist das Haus so gut wie neu.Statt 50 Kindern wohnen jetzt noch 18 hier. Im ersten und zweiten Obergeschoß sind freundliche helle Zimmer für ein oder zwei Jugendliche, ein großes Wohnzimmer und eine neue Küche zur Gemeinschaftsnutzung entstanden. "Wenn wir mal keinen Appetit auf Stullen haben, machen wir uns hier eben Rühreier", meint der 16jährige Rene, der seit drei Jahren sein zweites Zuhause im Rankenheim hat. Er habe auch schon vor den Bauarbeiten im Dorfgemeinschaftshaus gewohnt, aber "jetzt ist es natürlich viel schöner", erklärt er stolz. "Und die Möbel durften wir selbst mit aussuchen und haben auch mit aufgebaut." Sein Mobiliar ist schwarz und hat dunkelblaue Fronten. In keinem zweiten Raum gibt es die Schränke noch einmal. Die Sanitäranlagen glänzen mit neuen Fliesen, separaten Toiletten und Duschen. "Vielleicht ist es noch ein bißchen unwohnlich in den Zimmern", schränkt Heinz Gode ein. Fehlender Wand- und Zimmerschmuck wird aber in den nächsten Tagen angebracht. Schwitzen ist kein Luxus Das Erdgeschoß bietet den Kindern und Jugendlichen in Zukunft verschiedene Freizeitmöglichkeiten. "Man kann Kinder nicht unter einer Käseglocke aufziehen", ist Gode überzeugt, sie bräuchten auch Freiräume. Hier sollen Billard- und Kraftraum sowie ein größerer Raum für Feierlichkeiten eingerichtet werden. Im Kellergeschoß gibt es Platz für Diskoveranstaltungen und eine Sauna mit Tauchbecken. "Das hat nichts mit Luxus zu tun", weist Gode eventuelle Vermutungen zurück. Schließlich sei medizinisch erwiesen, daß hyperaktive Kinder nach regelmäßigen Saunabesuchen ausgeglichener werden. Bloß fehlt für die schweißtreibende Einrichtung noch das Geld. "Vielleicht findet sich ja zur Einweihung ein Sponsor." +++